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Leverkusen: Künstlervereinigung Spektrum startet mit Ausstellung

Gemälde und Keramikarbeiten : Spektrum startet Ausstellung voller Liebe

Bei der Künstlervereinigung Spektrum gibt es Bilder von Liebesschlössern, Rosen und gebrochenen Herzen zu sehen. Die Werkschau von sechs kreativen Frauen läuft noch bis Ende des Monats.

Auch die Mitglieder der Künstlervereinigung Spektrum haben sich in den vergangenen, nicht weniger kreativen Wochen ins „Home Office“ begeben. Das Atelier, in dem sich die Gruppe der sechs Montagsmalerinnen sonst wöchentlich zu Arbeit und Austausch trifft, war während des Lockdowns ebenso geschlossen wie der Ausstellungsraum. Der ist nun wieder zugänglich. Am Samstag wurden die Türen zur ersten Schau nach der Corona-Schließung geöffnet – bewusst vorsichtig, betont Malerin Lilo Rühl.

Der Rundgang ist nun vorgeschrieben und mit Pfeilen auf dem Boden markiert. Eine Sicherheitsmaßnahme, um zu enge Besucher-Kontakte zu vermeiden. Maskenpflicht und Desinfektionsmittel am Eingang gehören ebenso dazu, wie eine Einlass-Beschränkung und die Verpflichtung, sich in Listen einzutragen, die nach fünf Wochen vernichtet werden. Maximal sieben Personen dürfen sich gleichzeitig im 200 Quadratmeter großen Raum aufhalten, der während der Öffnungszeit gut belüftet ist.

„Endlich wieder offen“, war das Credo der Besucher am ersten Tag der Ausstellung, die ohne die übliche Vernissage begann. Einige waren als Krankenhausbesucher oder Fahrradausflügler zufällig am Hinweisschild vorbeigekommen und machten einen Halt, um sich die Bilder zum Thema Liebe im Wonnemonat Mai anzuschauen.

Auf das gemeinsame Motto „Amo. Ergo sum. Ich liebe. Also bin ich.“ hatten sich die sechs Künstlerinnen schon vor einem halben Jahr verständigt, also lange bevor sie ahnen konnten, wie sehr sich dieser Mai von anderen unterscheidet. Und dennoch zeigt der Rundgang alle Facetten des Lebens, nicht nur Luftschlösser und rosarote Brille, verliebte Paare und heile Welt. Dazu gehört neben Liebeslyrik auch Lilo Rühls Textarbeit über Verlust und Trauer. „Trauer ist ja nichts anderes als nicht gelebte Liebe durch den Verlust eines Menschen“, erklärt sie.

Zu Bildern in unterschiedlichen Techniken wie Öl- und Acrylmalerei, Grafik oder Mischtechniken zeigt Ursula Samse ihre thematisch abgestimmten Keramikarbeiten. Andere beleuchteten Aspekte wie Tier-, Mutter-, Natur-, Heimat-, Menschenliebe und Transzendentes mit Engelsgestalten. Pflanzen und Tiere sind etwa für Naturliebhaberin Anja Yuva ein wichtiges Sujet. Man findet die geläufigen Symbole wie das Herz, das auch gebrochen sein kann – wie im Acrylgemälde von Gund Hinsch. Oder Liebesschlösser, die Lore Kebekus auf ihre Weise mit dem Pinsel nachempfunden hat. Und natürlich die Rose als Liebesblume, die im Wonnemonat Mai ihre Blüten öffnet. Jutta Merzdorf hat beispielsweise eine farblich zurückgenommene träumende Rose auf Leinwand gemalt, in Übergröße.

Dass Formate, neben der Wiedergabe der Farben bei der Wirkung eines Bildes ebenfalls eine Rolle spielen, zeigt sich auch in dieser Ausstellung. Der Besuch vermittelt jedenfalls mehr Eindrücke als ein virtueller Rundgang, der als Notlösung immerhin über die Zeit der Kontaktbeschränkungen geholfen hat.