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Leichlingen: Wirrwarr um Corona-Regeln im Tennis

Unterschiedliche Vorgaben : Wirrwarr um Corona-Regeln im Tennis

Unterschiedliche Vorschriften sollen nun vereinheitlicht werden, damit auch das Doppelspiel erlaubt ist. Bisher interpretieren die Ordnungsämter der Kommunen die Regeln sehr individuell.

Eigentlich ist seit 7. Mai alles klar. Da hatte Andrea Milz, NRW-Staatsekretärin für Sport und Ehrenamt, verkündet, dass grundsätzlich Sportarten, die draußen, kontaktlos und mit Abstand betrieben werden, wieder erlaubt sind. Die Tennissportler jubelten, sahen sie sich doch pünktlich zur beginnenden Außensaison auf dem Platz.

Ganz so einfach scheint es in Corona-Zeiten aber doch nicht zu sein. Denn die Ordnungsämter der Kommunen interpretieren die Regeln sehr individuell. Der Tennisverband Niederrhein hat daher die 58 Behörden im Verbandsgebiet angeschrieben. Ergebnis: ein Sammelsurium unterschiedlichster Regelungen. Danach ist beispielsweise in Leichlingen Doppel verboten, beim Trainingsbetrieb mit mehr als zwei Schülern aber gilt: Pro 7 Quadratmeter Platzfläche ist ein Schüler erlaubt. Die Abstandsregelungen (1,5 Meter) müssen eingehalten werden, auch wenn sich die Schüler auf dem Platz im Training bewegen. Bei einem Tennisplatz mit rund 260 Quadratmetern kommen da auf einer Feldhälfte rein rechnerisch deutlich mehr als zwei Spieler zusammen.

Burscheids Verwaltung erlaubt Doppel – aber nur unter Eheleuten, Langenfeld wiederum hat keine Einwände. Leichlingens Bürgermeister Frank Steffes findet die unterschiedlichen Ansagen nicht gerade sinnvoll. Auf seine Anregung hin konnten sich die Bürgermeister im Rheinisch-Bergischen Kreis deshalb am Dienstag zumindest darauf verständigen, dass in ihren Städten einheitlich Doppel mit Familienangehörigen erlaubt sind.

Beim RTHC Leverkusen könnten theoretisch auch Doppel gespielt werden, „allerdings nur mit dem vorgeschriebenen Abstand“, sagt Tenniskoordinator Hans-Günter Ludwig. „Wir haben unseren Mitgliedern daher mitgeteilt, dass es keine Wettkampf-Doppel geben wird. Abstand vor Ehrgeiz ist im Moment das Motto.“ Am 8. Juni will der Tennisverband Mittelrhein wieder Wettkampfspiele erlauben – vorausgesetzt, das Land NRW stellt dafür wie angekündigt am 30. Mai die Weichen.