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Monheim: Umhaus wird zum Mini-Museum für Stadt- und Musikgeschichte

Monheimer Stadtgeschichte : Im Menk’schen „Umhaus“ tönt Musikgeschichte

Eines der ältesten Gebäude auf dem Menk-Gelände fungiert nun als Wissensquelle. Im „Umhaus“, benannt nach Ursula Mamlok, taucht man in die Geschichte von Monheim vor bis zu einhundert Jahren ein.

Es wird musikhistorisch auf dem Menk-Gelände. 2019 hatte die Künstlergruppe „Fehlformat“ die Fassade des dortigen Umhauses nach der Inspiration des Musikstücks „Panta Rhei – Alles fließt – Time in Flux“ von Ursula Mamlok kreativ gestaltet. Jetzt wird das Gebäude zu einem Mini-Museum. Bis zum 21. Oktober lädt die Menk’sche Geschäftsführerin Lilo Ihringer alle Bürger ein, ihr Wissen über die Geschichte Monheims und die drei Künstlerinnen Clara Schumann, Claire Waldorff und Ursula Mamlok in dem von innen schlicht gehaltenen Gebäude aufzupolieren.

Auf einer rundum platzierten Holzfassade werden die Biographien der Künstlerinnen und Entwicklungsprozesse der einst Felder reichen Stadt Monheim in chronologischer Reihenfolge vorgestellt. Besucher Hans Schnitzler ist begeistert von der historischen Idee: „Die Aufbereitung der Informationen ist toll. Die wichtigsten Fakten werden gut verständlich wiedergegeben und die sortierte Reihenfolge lässt zu, sie zusammen zu verbinden.“

Wer das Umhaus betritt, taucht in eine Zeit des 20. Jahrhunderts ein und lässt die reale Welt kurz ruhen. „Es ist ein bezaubernder Ort“, schwärmt Buchhändlerin Linda Rossbach, die sich wie Schnitzler ebenfalls für die Monheimer Geschichte interessiert. Das Gebäude liegt direkt hinter dem Beton-Komplex und wirkt „wie aus der Zeit gefallen“. Gleich daneben: das Naturschutzgebiet Monbagsee. Rossbach findet es wichtig, sich mit der lokalen Geschichte auseinanderzusetzen. „Man kann sich nicht einfach von den historischen Ereignissen loslösen“, sagt sie. Mit dem Projekt werde die Vergangenheit greifbarer und sei ebenso bewegend.

Der dritte und letzte Besucher der Runde: der Musiker und Musikpädagoge Oliver Drechsel. Er hält es für spannend und auch wichtig, die Entwicklung der Stadt und deren Geschichte den Bewohnern nahe zu bringen. Während der kleinen Führung durch den überschaubaren Raum erklärt Lilo Ihringer, dass Schumann, Waldorff und Mamlok die einzigen weiblichen Künstlerinnen seien, die in den Straßennamen im Musikantenviertel findbar sind.

Ebenso ausgestellt sind diverse Bücher, die dem Leser die Naturbeschaffenheit, Kunst, Sprache und Gesellschaft des letzten Jahrhunderts näher bringen. Darunter befindet sich auch ein Sammelalbum. Ihringer bezeichnet es als das „Wikipedia vor hundert Jahren“. Das Album ist gespickt mit Informationen rund um die genannten Themen. Wer es damals vervollständigte, hatte zusätzlich kleine Bilderkarten zu den dazugehörigen Fakten.

Schon bevor der Besucher die Ausstellung im Umhaus betritt, wird er von den drei Musikerinnen begrüßt, zumindest in bildlicher Form. Der Monheimer Designer David Breddin hat drei Falzrohre in Gemälde verwandelt. Darauf zu sehen sind die Gesichter der Künstlerinnen in einer „Street-Art“-Optik. Fertig sei er jedoch noch nicht, erklärt Breddin. Momentan kreiere er an der Fassade der Betonwerk-Halle einen Hintergrund. „Es ist ein fließender Übergang der Städte geplant, wo die drei Akteurinnen hauptsächlich auftraten“, sagt er, während er bereits die ersten Konturen der Freiheitsstatue an die Wand sprayt. Er hat damit neben Leipzig und Bonn New York ausgewählt.

Demnächst wird das Begrüßungskomitee dann auch von drei städtischen Skylines umgeben.