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Die Kirche Heilige Drei Könige in Leverkusen wird 50 Jahre alt

Am 6. Juni 1971 zog die Gemeinde an den Platanenweg : Die Kirche Heilige Drei Könige wird 50 Jahre alt

Aus dem Provisorium im umgestalteten Saal der Gaststätte Tillmanns zog die Gemeinde am 6. Juni 1971 in die neue Kirche am Platanenweg.

Vor 50 Jahren wurde die katholische Kirche Heilige Drei Könige in Bergisch Neukirchen fertiggestellt. Mit dem Tag der Weihe, am 6. Juni, soll ein Jubiläumsprogramm beginnen, das sich über ein ganzes Jahr hinziehen wird. So hat es der Ortsausschuss geplant, der aktuell noch dabei ist, Vorschläge für entsprechende Aktionen, Aktivitäten oder Konzerte zu sammeln. In der Kirche war dazu bis zum Beginn der Woche eine Box postiert, in die jeder Besucher einen Zettel mit seinen Ideen einwerfen konnte.

Eberhard Kreye, der dem Ortsausschuss angehört, hat damit begonnen, die Quellen für eine Jubiläums-Festschrift zu sichten. Etwa den geschichtlichen Rückblick, der zum 25. Pfarrjubiläum 1996 erschienen ist. Für die verstreut lebenden Katholiken Bergisch Neukirchens war der 6. Juni 1971 ein besonderer Tag, denn endlich hatte die Pfarrei eine eigene richtige Kirche. Noch in den 1950er Jahren hatten sie weite Wege zurückzulegen, um an einem Gottesdienst teilnehmen zu können. Egal ob sie sich für den Besuch in Pattscheid, Opladen, Quettingen oder Lützenkirchen entschieden, erzählt Keye.

 Der Kirchenbau am Platanenweg aus der Feder von Eberhard Kreye.
Der Kirchenbau am Platanenweg aus der Feder von Eberhard Kreye. Foto: Eberhard Kreye

Im Dezember 1958 erwarb die Gemeinde St. Engelbert ein Grundstück für einen Kirchenbau, die Rechnung zahlte das Erzbistum Köln. Damals lebten 848 Katholiken im mehrheitlich protestantischen Neukirchen, das Ende des 15. Jahrhunderts zum lutherischen Glauben übergetreten war. Am 16. März 1960 unterzeichnete der Erzbischof die Bestätigungsurkunde als „abhängige Kirchengemeinde Hl. Drei Könige zu Bergisch Neukirchen im Verband der Kirchengemeinde Pattscheid, St. Engelbert“. Erster Pfarrer wurde Arnold Zimmermann, zuständig für beide Pfarreien. Messen wurden zunächst im Saal der Neukirchener Gaststätte Tillmanns (gegenüber der Bäckerei Willeke), den die Gemeinde mieten und würdig zur „Drei-König-Kapelle“ herrichten konnte, gefeiert. Tabernakel und Harmonium kamen als Schenkung aus dem ehemaligen Priesterseminar Bensberg. Mit Erlaubnis des Erzbistums konnten Ende 1966 erste Schritte zur Planung eines Kirchen-Neubaus unternommen werden. Das ursprünglich vorgesehene Grundstück, das an der heutigen Wuppertalstraße lag, war allerdings nicht geeignet, weiß Eberhard Kreye. Laut Bebauungsplan war dort ein Wohngebiet vorgesehen. Im Austausch erhielt die Pfarrei ein weiter westlich gelegenes geeignetes Grundstück gleicher Größe am Platanenweg. Weitere Verzögerungen folgten.

Die ersten Planungen des beauftragten Kölner Architekten, Diözesanbaurat Erich Valder, wurden durch die Beschlüsse des II. Vatikanischen Konzils hinfällig. Auch der zweite, begeistert aufgenommene Entwurf musste verworfen werden, dieses Mal aus Kostengründen. Valder hatte ein Oktogon mit aufwendiger Verglasung geplant, in dessen Mitte der Altar stehen sollte. Sein dritter Entwurf, eine dreischiffige Basilika, erfüllte schließlich alle Bedingungen. Trotz konservativer Form wurde es ein moderner Kirchenbau mit klaren Linien. Die Grundsteinlegung erfolgte am 20. April 1969. An der liturgischen Konzeption war Pfarrer Arnold Zimmermann beteiligt. Neben der Kirche waren ein ganzer Gebäudekomplex mit Pfarrhaus, Bücherei, Gemeindesaal mit 220 Plätzen und Jugendheim mit Gruppenraum vorgesehen. In einem zweiten Bauabschnitt sollten ein Kindergarten, eine Wohnung für die Gemeindeschwester mit Ambulanz und außerdem ein Einfamilienhaus für einen Küster/Organisten/Chorleiter gebaut werden.

Im Anschluss an einen festlichen Gottesdienst in der „Drei-Könige-Kapelle“ segnete Pfarrer Zimmermann am 24. Juli 1968 das Grundstück, neun Monate später wurde der Grundstein gelegt. In der eingemauerten Urkunde sind die Namen aktuell lebender Persönlichkeiten vermerkt: Papst Paul VI., Erzbischof Höffner, Dechant Hugot, Bundeskanzler Kurt-Georg Kiesinger, Bundespräsident Heinrich Lübke, Bürgermeister Max Schoenenberg und Herbert Mombacher als Stadtdirektor den Bergisch Neukirchen.

 Opalfenster und Röhreninstallation.
Opalfenster und Röhreninstallation. Foto: Miserius, Uwe (umi)

Die Kosten für die Inneneinrichtung musste die kleine Gemeinde selbst stemmen. Etwa die Bleiverglasung der von Paul Weigmann entworfenen abstrakten Fenster, die an einen Paradiesgarten denken lassen. Dreimal neun farblose quadratische Opalfenster beleuchten das Sakramentshaus, eine Röhreninstallation über dem Tabernakel gibt ein magisches Licht aus der Höhe. Den Kauf einer gebrauchten Orgel ermöglichte die finanzielle Unterstützung der Gemeinde St. Engelbert. Bei der Weihe fehlte in der neuen Kirche am Platanenweg noch einiges, weiß Eberhard Kreye zu berichen, etwa die Muttergottes und der Glockenturm.