A1 bei Leverkusen: Deges sucht Standort für Raststätten

A1 bei Leverkusen: Entsteht hier bis 2027 die neue Raststätte?

Die Deges sucht zwei Standorte an der A 1. Bald soll eine Entscheidung fallen. Die Leverkusener sind wenig begeistert und hoffen auf Alternativen.

Widerstand sind Udo Pasderski und Ghaddanfar Najajra gewohnt. Die beiden arbeiten bei der Deges (Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und bau GmbH), sie planen und bauen Raststätten entlang der Autobahnen in NRW und vielen weiteren Bundesländern. Und damit machen sie sich naturgemäß in vielen Gemeinden und vor allem bei Anwohnern unbeliebt.

So auch in Leverkusen. Entlang der A 1 wird nach zwei Standorten für sogenannte PWC-Anlagen gesucht. Also Parkplätze mit WC-Anlagen, an denen vor allem Lkw-Fahrer ihre Ruhezeiten verbringen können. Denn die vorhandene Infrastruktur reicht nicht aus, und in den kommenden Jahren wird die Zahl der sogenannten Fehlplätze wegen des stark wachsenden Straßengüterverkehrs noch weiter steigen.

„Das der Bedarf da ist, ist eigentlich nie strittig“, sagt Udo Pasderski, Bereichsleiter Nordrhein-Westfalen. „Wir sollen ja bauen, nur bitte immer woanders.“ Niemand wolle eine Autobahn-Raststätte vor der eigenen Haustüre. Und deshalb hagelt es Protest von allen Seiten, sobald die Deges mit der Suche nach Standorten beginnt.

In Leverkusen sind für die beiden Raststätten Gebiete in Lützenkirchen/Steinbüchel und im Bürgerbusch in der engeren Auswahl. Laut Deges müssen die beiden Raststätten Bergisches Land Ost und West zwischen dem Kreus Leverkusen und dem Kreuz Wuppertal-Nord liegen. Damit wäre ein Alternativvorschlag von Raststättengegnern in Köln-Niehl vom Tisch. An den beiden Standorten sollen jeweils 50 Lkw-Stellplätze entstehen.

Ob es aber wirklich ein Standort in Leverkusen wird, steht laut Najajra noch nicht fest. „Wir haben die potenziellen Standorte bewertet und werden die Unterlagen an das NRW-Verkehrsministerium übergeben. Das wird zeitnah geschehen.“ Danach habe die Deges erst einmal keinen Einfluss mehr, die Entscheidung treffe der Bund. Von dieser Entscheidung bis zur Fertigstellung und Freigabe der Raststätte dauert es erfahrungsgemäß acht Jahre, sagt Pasderski. „Wenn nicht geklagt wird.“ 2027 könnte also eine Raststätte auf Leverkusener Gebiet in Betrieb gehen.

Warum es so lange dauert, liegt an dem umfangreichen Prüf- und Genehmigungsverfahren. Denn die Standortsuche ist nur der Anfang des Verfahrens. In der Vorplanung erfolgen unter anderem die Vermessung und ein Baugrundgutachten. Es folgen Luft- und Schalluntersuchungen, parallel zur Entwurfsplanung. In vier Jahren könnte es dann zum Genehmigungsverfahren kommen, das durchschnittlich eineinhalb Jahre dauert. Erst danach würde das benötigte Grundstück gekauft und die Vergabe der Gewerke erfolgen. „Die eigentliche Bauzeit dauert dann etwa ein Jahr“, berichtet Najajra. Das alles unter der Voraussetzung, dass das Verfahren planmäßig abläuft.

Und die Kosten? „Pro Lkw-Stellplatz kann man von 50.000 bis 80.000 Euro ausgehen“, sagt Ghaddanfar Najajra.

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