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Tierschutzverein Leverkusen will Tierheim erweitern

Immobilienverkauf in Schlebusch : Verein will Tierheim erweitern

Erlös aus Verkauf einer Immobilie, in der das Pfannkuchenhaus Ferger untergebracht ist, soll Finanzierung gründen.

Das Tierschutzzentrum an der Reuschenberger Straße in Opladen droht aus allen Nähten zu platzen. „Aktuell haben wir mehr als 40 Hunde bei uns aufgenommen“, berichtet Vorsitzender Gerd Kortschlag. Normalerweise sei es kein Thema, wenn sich zwei der Rudeltiere einen Zwinger teilen müssten, ergänzt er. Doch weil sich nicht jeder Vierbeiner mit dem anderen vertrage, könne es zu Problemen kommen. Dazu komme die Tatsache, dass viele Katzen und Kaninchen abgegeben worden seien, die oftmals ein schlimmes Schicksal hinter sich hätten, weil sie einfach ausgesetzt oder beschlagnahmt wurden. „Wir sind nicht mehr in der Lage, alle Tiere vernünftig und artgerecht unterzubringen“, sagt Kortschlag.

Doch ein Ende der Not ist in Sicht. Vor wenigen Tagen wurde eine Immobilie aus dem Vereinsbesitz verkauft und dabei laut Kortschlag ein mittlerer sechsstelliger Betrag erzielt. Ein Leverkusener Geschäftsmann hat das zweigeschossige Haus in bester Lage erworben. Der Erlös soll nun als Anschubfinanzierung für den lange ersehnten Erweiterungsbau dienen. Derzeit läuft die Suche nach einem Architekten. Sobald wie möglich sollen die Planungen beginnen. Vorgesehen ist ein Anbau an der Stelle, an dem die Hundeschule ein großes Freigelände zur Verfügung hat.

Zum Hintergrund: Vor rund 15 Jahren hatte eine ältere Dame ihren gesamten Besitz der Organisation hinterlassen. In diesem Eckhaus am Eingang der Fußgängerzone ist auch das Pfannkuchenhaus Ferger untergebracht. Trotz Besitzerwechsels soll in der Gaststätte alles beim Alten bleiben. Gegenüber unserer Redaktion versicherte Pächter Seri Limani: „Es gibt keine Veränderung.“

Nebenan, im Erdgeschoss, war über Jahre ein Jeansladen untergebracht. Nach dessen Auszug und längerem Leerstand hatte der Tierschutzverein das Ladenlokal seit etwa drei Jahren als zusätzliches Werbe- und Informationszentrum genutzt. Mit Erfolg. Die vermehrte Aufklärungsarbeit führte dazu, dass fast 200 neue Mitglieder dem Verein beitraten und deren Zahl inzwischen auf 950 angewachsen ist. „Wir nähern uns mit großen Schritten meiner Vorstellung von 1000 Mitgliedern“, sagt Kortschlag, der die Kisten im Laden schon gepackt hat.

Warum es jetzt zum Verkauf kam? „Der Pachtvertrag läuft zum 1. März aus“, sagte der Vorsitzende. Dies habe man als gute Chance gesehen, um das über 100 Jahre alte Gebäude verkaufen zu können. Außerdem habe man lange Vertragsverhandlungen vermeiden wollen, unterstrich Kortschlag die Entscheidung des Vorstands.