1. NRW
  2. Städte
  3. Leichlingen

Leichlinger Paar Doris und Willi Sesterhenn feiert Diamanthochzeit

Leichlinger Paar Doris und Willi Sesterhenn feiert Diamanthochzeit : Sie erlag einfach seinem Charme

Doris und Willi Sesterhenn sagten vor 60 Jahren „Ja“. Statt Geschenken wünschen sie sich zur Diamanthochzeit lieber Geld für die Flutopfer-Hilfe in der Blütenstadt.

Es sind diese schicksalhaften Begegnungen wie die von Doris und Willi Sesterhenn an jenem Werktag im Jahre 1957, die das Leben in bestimmte Bahnen lenken. Denn als die damals 16-jährige Doris an jenem Morgen zu ihrem Arbeitsplatz in die Packstation der Metallfirma Balkhausen ging, ahnte sie nicht, dass sie dort auf den Mann ihres Lebens treffen würde. „Er war mir schon aufgefallen, weil er von außerhalb kam und bei uns etwas reparieren sollte. Als er mich dann aber ansprach und mich einlud, mal einen Nachmittag mit ihm zu verbringen, zögerte ich erst“, erinnert sich die heute 82-Jährige. Am Ende verfiel sie dem Charme des damals 19-jährigen Elektrikers dann doch und willigte ein, mit ihm eine Runde auf seinem Motorrad zu fahren.

Was Willi Sesterhenn damals als Erstes an seiner zukünftigen Frau auffiel, weiß der heute 84-Jährige gar nicht mehr so genau. Doch dass sie knapp vier Jahre nach ihrer ersten Begegnung und zahlreicher Spritztouren auf dem Motorrad entschieden, den Rest ihres Lebens miteinander zu verbringen, das haben weder Willi noch Doris Sesterhenn in den vergangenen 60 Jahren jemals bereut. „Ich hätte mich nur vielleicht manchmal ein wenig mehr durchsetzen sollen“, sagt die 82-Jährige rückblickend und schmunzelt. Während Willi schelmisch grinst. „Ja, ja“, sagt er trocken.

  • Björn Notling beim Richtfest der Pfederklinik
    Ehemaliger Tiermediziner der Deutschen Reiter-Equipen : Leiter der Pferdeklinik Leichlingen stirbt mit 60 Jahren
  • Leichlingens Christian Weber schlägt den Ball
    Faustball, Bundesliga : Leichlinger TV hält die Klasse
  • Jubilare in Brüggen : Ehepaar Hamers feiert Diamanthochzeit

Denn während sie, damals wie heute, sehr gerne unter Menschen ist und sich gerne auch mal außerhalb der Familie für andere engagiert, etwa in der Kirchengemeinde oder im Quartierstreff, aber auch gern in ihrer Tanzgruppe die Hüften schwingen lässt, verbrachte Willi Sesterhenn seine Freizeit lieber damit, am Haus zu werkeln oder an Motorrad und Auto zu schrauben.

Aus dem Haus locken konnte Doris ihren Willi in den vergangenen zehn Jahren aber auch durch die Seniorenreisen, die von der Stadt organisiert wurden. Zweimal im Jahr ging es für das Paar mit Gleichgesinnten mit dem Reisebus quer durch Deutschland. „Wir haben tolle Orte besucht“, erinnert sich die 82-Jährige. Templin, Bad Bevensen oder Bad Salzuflen standen bereits auf dem Fahrplan. „Das Einzige, wo ich noch gerne hingefahren wäre, ist der Schwarzwald.“

Familie war für beide gleichermaßen wichtig: Ihm, der in einer Großfamilie mit sieben Geschwistern aufwuchs, und ihr, die zwei Geschwister hatte, war klar, dass Kinder eine wesentliche Rolle in ihrem Leben spielen würden: Daher waren sie nicht nur von den drei eigenen Kindern Heike (1962), Reiner (1964) und Andreas (1965) umgeben, sondern hatten auch regelmäßig Kinder aus der Nachbarschaft zu Besuch. Auch wenn das Geld in jener Zeit knapp war, schaffte es Doris Sesterhenn doch, den ein oder anderen Wunsch zu erfüllen.

Auch zur jüngsten Generation der Familie, ihren vier Enkelkindern, pflegt das Jubelpaar eine besondere Beziehung, verrät Doris Sesterhenn. Auf die bevorstehende Familienfeier freut sich die 82-Jährige besonders, denn neben Freunden und langjährigen Weggefährten wird auch ihre Familie samt der 31-jährigen Enkelin Nina aus Kanada dabei sein. Drei Jahre haben sich Enkelin und Großmutter nicht mehr gesehen. „Dass es jetzt trotz Corona möglich geworden ist, dass sie reisen kann und wir noch im kleinen Familienkreis feiern können, freut mich besonders.“

Im Großen und Ganzen, darüber  ist sich das Paar sofort einig, haben sie bisher ein erfülltes Eheleben geführt. Doch trotz aller Freude vergisst das Leichlinger Paar nicht die Tragödie, die viele Familien ihres Heimatortes jetzt aufgrund der Flutkatastrophe durchmachen. Doris Sesterhenn betont: „Deswegen haben wir beschlossen, uns Geld statt Geschenke zu unserer Diamanthochzeit zu wünschen, das der Initiative „Wir für Leichlingen“ für die Flutopfer-Hilfe zu Gute kommen soll.“