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Leichlingen sucht freiwillige Stadtarchiv-Retter

Nach der Flut in der Blütenstadt : Leichlingen sucht freiwillige Stadtarchiv-Retter

Das historische Material stand im Keller des Rathauses nach der Flut unter Wasser. Die Bergung hat begonnen. Helfer werden noch benötigt. Donnerstag um 9 Uhr geht es los.

Schwere Schäden hat der Starkregen samt Hochwasser im Stadtarchiv Leichlingen angerichtet. Die Archivalien lagerten im Keller des Rathauses. Und der stand nach der Flut unter Wasser.  „Die Bestände waren mehrere Tage feuchter, schlammiger Umgebung ausgesetzt. Seit dem 26. Juli ist das Rathaus wieder vollständig begehbar. Am vergangenen Wochenende wurde in einer Großaktion der Keller soweit ausgeräumt, dass der Zugang zum Archiv gewährleistet ist“, meldet die Verwaltung.

Seitdem werde gerettet, was gerettet werden kann. Ein aufwändiger Akt aus Bergen, Dokumentieren, Vorsortieren, Reinigen und für den Abtransport Vorbereiten. Die Archivalien mussten so schnell wie möglich aus dem Keller. Denn der schlimmste Feind lauert schon: Schimmel. Einmal draußen, geht es für den Archivinhalt aufs Areal der  ehemaligen Grundschule Büscherhof. „Hier wird das geborgene Archivgut von den Helfern im Akkord für den Transport in ein Kühlhaus vorbereitet. Dafür wurden auf dem Schulhof in zwei Zelten sogenannte Waschstraßen aufgebaut“, berichtet die Stadt. Per Gartendüse und Leitungswasser geht es Schlamm, Schimmel und Dreck an den Kragen. Danach reicht das Trockenwischen. Etwas Grundfeuchte brauchen die Unterlagen, damit das Papier nicht zusammenklebt.  Dabei soll auch das Einwickeln in Stretchfolie helfen. 

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Für das historische Material geht es danach in ein Kühlhaus nach Troisdorf. „Um Zeit zu gewinnen, wird dort durch Schockfrostung das Schimmelwachstum gestoppt und die langsame Eiskristallbildung vermieden, die weitere Schädigung der Archivalien nach sich ziehen würden“, heißt es weiter. Danach wird gefriergetrocknet.

Erst wenn der Rathaus-Keller und die Unterlagen komplett trocken sind, kommen sie nach Leichlingen zurück. Dann muss die Stadt entscheiden, wie mit ihnen zu verfahren ist: Vor allem bei stark beschädigtem Papier muss sie klären, ob einer Restaurierung noch möglich ist.

Archive aus der Region haben Retter nach Leichlingen entsandt, unter andrem aus Leverkusen, Langenfeld und Monheim, ebenso sind Experten des Landesarchivs Nordrhein-Westfalen aus dem Fachbereich Restaurierungswerkstätten vor Ort, das Archivberatungszentrum des Landschaftsverbands Rheinland  hat ebenfalls Kräfte geschickt.

Aber: Um die Bestände so schnell wie möglich zu retten, sind weitere Helfer sehr willkommen. Freiwillige können sich am Donnerstag, 29. Juli,  um 9 Uhr auf dem ehemaligen Gelände der Grundschule Büscherhof einfinden. Die Details: „Es handelt sich um physische Arbeit. Vorwissen wird nicht benötigt. Schutzkleidung, Essen und Trinken wird zur Verfügung gestellt“, schreibt die Stadtverwaltung.