Von Monheimer Garten in die Ratinger Kompostieranlage und wieder zurück

Hintergrund : Das passiert mit unserem Bio-Müll

Aus organischen Abfällen wird wieder frischer Kompost. So wie in Monheim und in Hilden läuft es vergleichbar in vielen Städten des Kreises und in Düsseldorf. Ziel ist die Kompostieranlage in Ratingen.

In der Natur geht nichts verloren. Diese Erkenntnis machen sich auch die Besitzer der Biotonne zunutze. In der landen unter anderem Laub, Rasenschnitt, Unkraut, Schnittblumen, Kleintierstreu aus Stroh, aber auch Eierschalen, Obst- und Gemüsereste, Teebeutel und Kaffeefilter. Das alles geht schließlich einer neuen Bestimmung entgegen.

1. Station: Die Tonne

Aktuell sind in Monheim 5507 Biotonnen ausgegeben, sagt Fachbereichsleiter Andreas Apsel. Im Jahr 2019 wurden 1889,73 Tonnen Biomüll erfasst. Mit dieser Menge sei auch im laufenden Jahr zu rechnen, schätzt der Ingenieur. Zweimal jährlich werden die Biotonnen in Monheim übrigens gereinigt. Die Reinigung erfolge  direkt im Anschluss an den Abfuhrtermin. Langenfeld hat als einzige Stadt im Kreis Mettmann keine Biotonnen.  Dafür kompostierten die Bürger eifrig auf dem eigenen Grundstück. 2900 Grundstücke meldet Pressesprecher Andreas Voss. Mit jährlich 4400 Tonnen Grünschnitt habe Langenfeld den höchsten Wert der kreisangehörigen Städte. 10.000 Biotonnen gibt es in Hilden. Insgesamt 3500 Tonnen an Bioabfällen im Jahr kommen hier zusammen, sagt Abfallberater Frank Berndt und betont: Städte wie Köln oder Düsseldorf lägen weit darunter. Mit dem Sammeln des Biomülls allein ist es aber nicht getan: Denn Fehlbefüllungen seien ein Problem, betont Berndt.  „Plastiktüten gehören nicht in die Biotonne – auch keine aus Biokunststoff.“ Die könnten bei der späteren Kompostierung nicht vollständig abgebaut werden. Wie viel Biomüll in den Haushalten anfällt, ist neben saisonalen Faktoren auch von klimatischen Bedingungen wie langer Trockenheit abhängig. Auf welche Faktoren die Nutzer der Tonne achten müssen, beschreibt unter anderem auch der Abfallkalender der Stadt Haan: Der warnt vor der Entwicklung von Fliegen und Maden bei zu großer Wärme.

Müllwagen aus dem Kreis Mettmann und aus Düsseldorf bringen den Biomüll nach Ratingen. Foto: Endermann, Andreas (end)

2. Station: Abholung

Diese werden in Monheim  in den Monaten April bis November wöchentlich geleert. In den Monaten Dezember bis März alle zwei Wochen. Alle 14 Tage holt  die Müllabfuhr in Hilden die Bioabfälle ab.

Am Ende des Prozesses kommt hochwertiger Kompost heraus. Foto: Endermann, Andreas (end)

3. Station: Ratingen

Die Abfälle liefert die Müllabfuhr schließlich an der Kompostierungsanlage der KDM-Kompostierungs- und Vermarktungsgesellschaft für den Bereich Stadt Düsseldorf/Kreis Mettmann in Ratingen-Lintorf am Breitscheider Kreuz ab. Die verarbeitet nach eigenen Angaben jährlich weit über 100.000 Tonnen biologische Abfälle aus der Region zu fertigem Kompost. „Das passiert innerhalb von sechs bis acht Wochen“, erklärt Frank Berndt. Dabei wird das Material zerkleinert und unter Zufuhr von Sauerstoff und der Mithilfe von Kleinstorganismen zersetzt. Dieser Turbo-Effekt fehlt beim Komposthaufen im Garten in der Regel. Dort dauert es länger.

4. Station: Zurück im Garten

Das Endprodukt nutzen die Landwirtschaft, der Garten-Landschaftsbau und natürlich auch die Privathaushalte. Denn den fertigen Kompost gibt es sowohl bei KDM in Ratingen – sowie an mehreren anderen Stellen im Kreis Mettmann  als lose Ware und Sackware zu kaufen. Im Gegensatz zur Mineraldüngung erhalte und verbessere Kompost die Bodenfruchtbarkeit, sagt die KDM in Ratingen.