Handball : Kampf gegen Windmühlen

Für den Handball-Oberligisten SG Langenfeld ist die Aufgabe beim Zweiten Borussia Mönchengladbach nach der Tabelle ein Spitzenspiel. Der Überraschungs-Dritte hat aber unendlich viele personelle Baustellen zu beackern.

Der Handball-Oberligist SG Langenfeld (SGL) ist ein Aufsteiger, der sich bisher bestens in der neuen Umgebung zurechtfindet. Platz drei nach gut einem Drittel der Saison liegt auf jeden Fall über den Erwartungen des Neulings, der nichts weiter als den sicheren Klassenerhalt anstrebt.

Jetzt steht das Team um Trainer Heino Kirchhoff sogar wieder vor einem Spitzenspiel, denn heute Abend (19.40 Uhr) tritt Langenfeld beim Zweiten Borussia Mönchengladbach an. Dass die Aufgabe schwierig wird, versteht sich von selbst.

Dass sich Langenfeld derart weit vorne positioniert hat, ist eine Überraschung — mit Tendenz zur Sensation. Schließlich ähnelt die Serie von Beginn an einem Kampf gegen Windmühlenflügel.

Da Keeper Tobias Kottwitz (Kreuzband-riss) seit bald einem Jahr nicht mehr zum spielenden Kader gehört, gilt sein Fehlen längst als normal. Dann schlug das personelle Pech in der Vorbereitung und zum Saisonbeginn heftig zu.

Matthias Herff (Kreuzband) und Alexander Klimke (Rücken) erwischte es besonders hart. Mit ein paar Wochen Pause kamen Fabian Düllberg (Muskelfaserriss) und Kapitän Stefan Wagener (Bauchmuskel) davon, die inzwischen wieder zu den wertvollen Stützen gehören. Dafür gabs jedoch andere Hiobsbotschaften.

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Ausgedünnter Kader

Der spielende Co-Trainer Kai Wille, immerhin durch seine individuellen Fähigkeiten für Kurz-Einsätze in kritischen Situationen wertvoll, erlitt bei einem Einsatz in der Zweiten eine äußerst komplizierte Knieverletzung (Kreuzband und Meniskus).

Linkshänder Christian Majeres liegt auf Eis, bis eine genaue Untersuchung die weitere Behandlung seiner Probleme mit dem Sprunggelenk (Knochenabsplitterung) festlegen kann.

Fabrice Voigt plagen permanent Rücken- und Kniebeschwerden — womit die Liste aktueller Ausfälle auf fünf (Stamm-) Spieler angewachsen ist. Außerdem muss Niklas Körner derzeit beinah durchspielen, obwohl er wegen seines Studiums in Gießen so gut wie nie mit dem Team trainiert.

Probieren ist versprochen

"Wir leben derzeit von den Strukturen, die wir uns in den vergangenen Jahren aufgebaut haben", sagt Trainer Kirchhoff, "und von unserem Kampfgeist." Auf große Rücksicht der Borussia vertraut der SGL-Coach dabei lieber nicht, zumal die Hausherren zuletzt mit dem 31:38 bei der DJK Adler Königshof die Spitze abgeben mussten.

Kirchhoff gibt immerhin ein klares Versprechen ab: "Wir werden alles probieren." Mit dem permanenten Kampf gegen Windmühlen-Flügel kennt sich der Aufsteiger schließlich aus.

(RP)