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Metzger in Langenfeld und Monheim bieten Biofleisch an

Einkaufen : Diese Metzger bieten hochwertiges Fleisch an

Susanne Jacobi aus Monheim und Peter Gladbach aus Langenfeld bieten in ihren Fleischereien eine hochwertige Alternative zum Supermarkt-Produkt an. Die Tiere werden artgerecht gehalten.

Der Name klingt aristokratisch: Boeuf de Hohenlohe. Das Rindfleisch, das Susanne Jacobi in ihrer Fleischerei am Gartzenweg verkauft, trägt diesen Namen und hat damit Tradition. Die braunen Kühe stammen von den saftigen Wiesen in und um Schwäbisch Hall. Der Anblick des Roastbeefs, das vier Wochen am Knochen gereift ist, wird Fleischliebhaber begeistern. Die satte braun-rote Farbe, die leichte Marmorierung – man sieht das Stück schon auf dem Grill brutzeln.

Susanne Jacobi verkauft in ihrer Fleischerei seit 2007 nur ausgewählte Qualität von Tieren, die bis zur Schlachtung artgerecht gehalten wurden. Dafür garantiert sie. „Die Kühe stehen ganzjährig draußen und grasen“, erzählt sie. 18 bis 24 Monate dürfen sie dieses Leben genießen, ehe sie vor Ort geschlachtet werden. „Keine Fleischfabriken, keine Transporte über Hunderte Kilometer, keine Tierquälerei“, versichert die Tierliebhaberin. Und vor allem gibt es keine Sub-Unternehmer und Fremdarbeiter, die in großen Fabriken für einen Hungerlohn arbeiten.

Ob Roastbeef, T-Bone-Steak oder Entre Côte - alles schmecke richtig nach Fleisch und Kräutern und bedürfe keiner Würzung. „Ich rate meinen Kunden, vor dem Braten oder Grillen nichts zu machen, sondern Salz und Pfeffer für den etwaigen Bedarf auf den Tisch zu stellen.“ Susanne Jacobi ist Fleischereimeisterin mit Leib und Seele. „Ein wunderbarer Beruf“, schwärmt sie, Die Qualität kostet ihren Preis – ebenso beim schwäbisch-hällischen Schwein, das sie anbietet. Die Schwänze sind nicht kupiert. Und wenn das Schwein im Stall stehe, stehe es auf Stroh und nicht auf Holzpaletten, sagt die Fachfrau. „Schreiben Sie nicht Bio-Fleisch“, bittet sie, „das gibt es auch bei Tönnies. Auf die artgerechte Haltung kommt es an.“

Nicht erst seit dem Corona-Skandal in der Fleischfabrik Tönnies, sondern bereits seit Beginn der Pandemie hat die Zahl der Kunden, die bereit ist, für gutes Fleisch mehr zu zahlen, zugenommen, berichtet sie. „Vielleicht, weil die Leute mehr Zeit zum Nachdenken haben und wieder mehr selbst kochen.“ Seit Beginn ihrer Selbständigkeit mit der Fleischerei Jacobi 2007 ist der Kundenstamm stetig gewachsen.

64,95 Euro kostet ein Kilo dry-aged (trocken gealtert) T-Bone oder Rib-Steak. Das Filet vom Schwein kostet 37,50 Euro, das Kotelette 16,95 Euro. „Der Geschmack ist einfach toll“, sagt Jacobi. Und genau das sei es gewesen, was sie bewogen habe, eine etwas andere Fleischerei in Monheim zu eröffnen. „Man muss ja auch nicht täglich Fleisch essen. Früher gab beispielsweise nur den Sonntagsbraten“, sagt sie.

Für ihr Geflügel hat sich Jacobi komplett nach Frankreich orientiert. Die freilaufenden Maishähnchen kommen aus dem Umkreis von Bordeaux. Die Schenkel sind schlank und nahezu fettlos. Beim Verzehr sei das Fleisch fester, aber auch aromatischer, sagt Jacobi. „Diese Tiere wurden nicht gemästet. Eine Putenbrust wiegt bei uns ein bis anderthalb Kilo und nicht zweieinhalb.“ Das Maishähnchen kostet im Kilo 15,90 Euro.

Die Fleischverarbeitung ist ihr Metier, sofern die Qualität der Zutaten stimmt. „Da sind wir sehr kreativ“, sagt die Geschäftsfrau. In der Auslage findet sich Leberwurst mit Cranberry und Pistazie oder Schoko-Chili, Fleischwurst mit Olive und Schafskäse, und die neueste Kreation ist eine Wasabi-Grillwurst. Wer dem Braten nicht traut: „Bei uns gibt es nicht nur für Kinder eine Probierscheibe, sondern auch für Erwachsene“, verspricht sie.

Auch in Langenfeld finden Fleischesser eine Alternative zum Supermarkt-Angebot. Die Fleischerei von Ulrike und Peter Gladbach in Reusrath hat sich komplett auf Bio- und Naturfleisch umgestellt. „Wir verkaufen gar kein konventionelles Fleisch mehr“, sagt Ulrike Gladbach. Ihre Ware beziehen die Gladbachs vom Naturverbund Thönes (nicht zu verwechseln mit Tönnies) in Wachtendonk, dem 40 Landwirte von Köln bis zum Niederrhein angeschlossen sind. Auch dort werde auf artgerechte Haltung und natürliche Fütterung Wert gelegt, betont Gladbach. Der Verbund wirbt mit schonender Schlachtung ohne Akkordarbeit und mit kurzen regionalen Transporte zum Schlachthof.

Bei Gladbach zahlen die Kunden den Mehrpreis für gute Qualität und artgerechte Haltung gerne. Ein Kilo Rinderbraten kostet 21,90 Euro, Roastbeef 49,90, Schweineschinken 14,99 und Hähnchenfilet 18,99 Euro im Kilo.

Zweimal in der Woche steht die Metzgerei Gladbach mit einem Wagen auf dem Langenfelder Wochenmarkt, Samstagsmorgens in Langfort im Einkaufszentrum neben dem Geschäft in Reusrath.