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Sturmtief sorgt für 35 Einsätze im Erkelenzer Land

Autobahn 44n voll gesperrt : Sturmtief sorgt für 35 Einsätze im Erkelenzer Land

„Ignatz“ sorgte am frühen Donnerstagmorgen für zahlreiche umgestürzte Bäume. In Wegberg wurde eine Telefonleitung umgerissen, die A44n war voll gesperrt.

Straßensperrungen, umgestürzte Bäume, kaputte Telefonleitung: Sturmtief „Ignatz“ hat in der Nacht zu Donnerstag und am Morgen im Erkelenzer Land für insgesamt 35 Feuerwehreinsätze gesorgt. Personen sind dabei nicht zu Schaden gekommen, dennoch hatten die Wehrleute kräftig zu tun, um Gefahrenstellen zu beseitigen und Straßen wieder befahrbar zu machen.

„Um kurz nach 3 Uhr ging es los, danach waren wir bis zirka 10 Uhr pausenlos im Einsatz“, sagt Helmut van der Beek, Leiter der Erkelenzer Feuerwehr. Zwölf Einsätze verzeichnete er, meist umgekippte Bäume, etwa in Houverath, Gerderhahn, Lövenich oder auf der Venloer Straße. In Kückhoven kam am frühen Morgen die Drehleiter zum Einsatz: Dort war ein Ast abgebrochen, allerdings nicht heruntergefallen und so zur Gefahr geworden.

Viel zu tun war auch in Wegberg, wo Feuerwehrsprecherin Lena Graab 14 Einsätze zählte: „Es ging zwar erst um 6.45 Uhr los, aber ab da ging es Schlag auf Schlag. Wir habe in einigen Fällen die Motorsäge rausgeholt.“ Auf dem Burghofweg in Arsbeck-Büch riss ein umgestürzter Baum eine Telefonleitung mit auf die Straße, die daraufhin von beiden Seiten abgesperrt werden musste. Wann die Leitung repariert werden kann, war zunächst noch unklar. Wegberg ist die Stadt mit dem höchsten Waldanteil im Erkelenzer Land. Vor Spaziergängen riet der Bauhof am Donnerstag daher dringend ab: Friedhöfe, Wälder, Stadtparks und ähnliche Flächen sollten nicht betreten werden.

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Am glimpflichsten davon kam Wassenberg, wo die Feuerwehr nur drei Einsätze zu verzeichnen hatte. Auf der Roermonder Straße war dabei ein Baum auf ein geparktes Auto gefallen und hatte dieses stark beschädigt – eine Person saß glücklicherweise nicht darin. „Es ist ruhig geblieben, wir sind gut davongekommen“, bilanzierte Feuerwehrchef Holger Röthling.

Als „verhältnismäßig ruhig“ beschrieb auch Josef Loers, Sprecher der Hückelhovener Feuerwehr, den frühen Morgen. Sechs Einsätze gab es, dabei handelte es sich aber vorwiegend um Äste oder kleine Bäume, die umgestürzt waren und von den Wehrleuten beseitigt werden mussten. In Brachelen hatten sich einige Dachpfannen von einem Haus gelöst, auch hier war der Schaden allerdings überschaubar.

Für Störungen sorgte „Ignatz“ derweil auch im Verkehr. Die erst vor wenigen Jahren gebaute und für ihre Windanfälligkeit längst in Verruf geratene A44n zwischen dem Kreuz Holz und dem Dreieck Jackerath musste am Donnerstagmorgen kurzfristig in beide Fahrrichtungen gesperrt werden. Der Neubau, der direkt am Rand des Tagebaus Garzweiler II verläuft, ist durch seine Höhe und die exponierte Lage für Sturmböen extrem anfällig und musste in der Vergangenheit bereits mehrfach gesperrt werden, auch Lkw sind dort schon umgestürzt. Die Sperrungen geht zu Lasten der Anwohner in den Erkelenzer Tagebauranddörfern, da viele Autos und Lastwagen von Jackerath aus über Holzweiler und Kaulhausen abkürzen.

Stark gestört war auch die Bahnverbindung, etwa zwischen Mönchengladbach und Erkelenz. Während die Deutsche Bahn den Fernverkehr in NRW komplett einstellte, waren auch kürzere Strecken nur eingeschränkt befahrbar. Die Strecke in Richtung Aachen ist zwischen Geilenkirchen und Herzogenrath nach Unwetterschäden aus dem Frühjahr und dem Hochwasser ohnehin seit Monaten gesperrt.