Lokalsport: Stephan Engels ist ein Kölner Urgestein

Lokalsport : Stephan Engels ist ein Kölner Urgestein

Der heute 56-Jährige war fast 40 Jahre für den 1. FC Köln als Spieler, Trainer, Scout und Jugendkoordinator. Für den Krefelder Budenzauber am 7. Januar möchte er wieder eine schlagkräftige Truppe mit klangvollen Namen aufbieten.

Als Stephan Engels vor rund anderthalb Jahren nach dem letzten Saisonspiel seinen Posten als Trainer der Regionalliga-Mannschaft des 1. FC Köln trotz gültigem Vertrag aufgab und den Verein verließ, war das in der Domstadt ein Paukenschlag. Schließlich ist Engels ein echtes FC-Urgestein, hatte dem Verein zuvor über fast 40 Jahre hinweg als Spieler, Trainer, Scout und Jugendkoordinator gedient. "Ich hatte einfach nicht mehr das Gefühl, dass die zweite Mannschaft die Wertschätzung genießt, die sie verdient", erinnert sich der inzwischen 56 Jahre alte Engels, der trotz der Trennung immer noch mit ganzem Herzen am FC hängt.

Nicht nur, dass der ehemalige Mittelfeldspieler Stammgast bei den Bundesliga-Heimspielen ist, er betreut auch die Traditionsmannschaft der Kölner. Und mit der ist er am 7. Januar wieder beim Krefelder Budenzauber im Königspalast mit von der Partie, wenn sich dort Fußball-Legenden von Rhein und Ruhr bereits zum dritten Mal ein Stelldichein geben. Weil zwischen Weihnachten und Neujahr noch zwei weitere Hallenturniere in Dessau und Halle auf dem Programm stehen, kann Engels zwar noch nicht hundertprozentig sagen, wer Anfang Januar in Krefeld für den FC die Schuhe schnürt, doch er verspricht: "Bisher haben wir es noch immer hinbekommen, eine Mannschaft auf die Beine zu stellen, die fußballerisch und von den Namen her etwas zu bieten hat."

Allerdings macht er keinen Hehl daraus, dass das mit den Jahren immer schwerer geworden ist, weil von unten nur wenig jüngere Spieler nachkommen. Als einen wichtigen Grund hat er ausgemacht, dass die heutige Spielergeneration sehr oft den Verein wechselt. Und wenn sie dann nach dem Karriereende für Traditionsmannschaften kicken, suchen sie sich den Verein aus, der am besten in ihre aktuelle Lebenssituation passt. "Spieler, die nur für einen Verein auflaufen, gibt es ja so gut wie gar nicht mehr", weiß Engels.

Er selbst wechselte 1976 vom TuS Mondorf in die Jugend des FC und schaffte zwei Jahre später den Sprung in die erste Mannschaft. In dieser Zeit bestritt er nach eigenen Angaben bis 1989 294 Pflichtspiele für die Kölner und erzielte dabei 69 Tore. Zweimal holte er mit dem FC in dieser Zeit die Vize-Meisterschaft (1982,1989), stand im UEFA-Pokalfinale (1986) und gewann 1983 den DFB-Pokal. Seine guten Leistungen blieben auch dem Bundestrainer nicht verborgen, insgesamt acht Länderspiele bestritt Engels. In der Winterpause der Saison 1988/1989 wechselte er zwar zum Stadtrivalen Fortuna Köln in die 2. Liga und beendete nach zahlreichen Verletzungen 1990 seine aktive Karriere, doch die anschließende Trainerlaufbahn führte ihn schon 1992 zurück zum FC.

Seit er sich aus dem Tagesgeschäft verabschiedet hat, kümmert sich Engels verstärkt um seine Spieleragentur. Außerdem ist er in der Immobilienbranche tätig und betreibt mit einem Partner das italienische Restaurant "Bacco" in Bonn. In seiner Freizeit engagiert er sich als Vorsitzender seines Heimatvereins TuS Mondorf und eben als Organisator der Traditionsmannschaft des 1. FC Köln. Auch wenn er inzwischen mehr im Hintergrund die Fäden zieht, lässt er es sich nicht nehmen, ab und an selbst noch aufzulaufen. "Der Ehrgeiz ist immer noch da. Das muss so sein, sonst ärgert man sich hinterher nur", sagt Engels, der auch am 7. Januar in Krefeld eine schlagkräftige Truppe aufbieten möchte.

Er kann sich gut vorstellen, dass Spieler wie Carsten Cullmann, Alexander Voigt, Patrick Helmes und Matthias Scherz auflaufen werden. Apropos Scherz: Der sorgte im vergangenen Jahr für Aufsehen, als er sich im rheinischen Derby gegen Borussia Mönchengladbach mit Valandi Anagnostou eine handgreifliche Auseinandersetzung lieferte. Doch Engels ist sich sicher, dass so etwas nicht wieder vorkommt: "Es will zwar jeder gewinnen. Aber es muss alles in einem vernünftigen Rahmen bleiben."

(RP)
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