Lokalsport: HSG macht Ernst mit den Aufstiegsplänen

Lokalsport : HSG macht Ernst mit den Aufstiegsplänen

Rückraumspieler Henrik Schiffermann und der zweitbeste Torjäger der Liga, Max Zimmermann, kommen zur neuen Saison nach Krefeld.

Die Saison in der Dritten Handball-Liga West ist zwar noch nicht mal zur Hälfte beendet, da haben bei der HSG Krefeld bereits die Planungen für die kommende Saison begonnen. Schon in der Vorwoche hatten die Handballer die vorzeitigen Vertragsverlängerungen von einem Dutzend Spieler bekannt gegeben, gestern präsentierte die HSG die ersten beiden Neuzugänge für die Spielzeit 2017/18 - und die haben es in sich. Der 26 Jahre alte Max Zimmermann ist der zurzeit beste Linksaußen der Dritten Liga und zweitbeste Torjäger dieser Spielklasse. Mit ihm im Gepäck kommt Rückraumspieler Hendrik Schiffmann, der zwar erst 22 Jahre alt ist, aber schon über fünf Jahre Drittligaerfahrung verfügt und nach einem Kreuzbandriss und einem Sprunggelenkbruch auf dem Weg zurück zu alter Stärke ist. Beide sind zurzeit noch beim Ligakonkurrenten TV Korschenbroich im Einsatz, und beide haben zur kommenden Spielzeit einen Kontakt für zwei Jahre unterzeichnet.

"Wir haben aus unserem Fehler in diesem Jahr gelernt und wollen in der kommenden Saison über einen deutlichen größeren Kader verfügen als diesmal", sagt Manager Thomas Wirtz. Mindestens 16 Spieler soll der Kader dann umfassen und komplett aus Hochkarätern bestehen. Dann seien auch mehrere Ausfälle zu verkraften - anders als in dieser Saison. Gleich fünf Stammspieler muss Trainer Olaf Mast Woche für Woche ersetzen. Stephan Pletz wird, so sagte Wirtz gestern, nie wieder Handball spielen können - Karriereende mit 25 Jahren. Und da der Deutsche Handball-Bund (DHB) kurz vor Toresschluss dieser Saison seine Richtlinien geändert hatte, darf die HSG auch nicht auf ihren Unterbau aus dem OberligaKader von Adler Königshof zurückgreifen. "Die Regeländerung kam erst im Mai. Da war es zu spät, noch für den Kader zu reagieren. Das bricht uns momentan einfach das Genick", sagt Wirtz, der sich fieberhaft bemüht, den Kader kurzfristig aufzustocken. Einige Testspieler aus der Regionalliga spielen zurzeit im Training vor; gut möglich, dass einer oder mehrere den Kader noch ergänzen werden.

Darum sind die Ziele für diese Saison auch bescheiden. Vor der Saison hatten die Krefelder einen Platz unter den Top Fünf der Liga ausgerufen, jetzt geht es vorrangig um Schadensbegrenzung, heißt: Das Team soll sich irgendwie durchhangeln und zumindest noch in den DHB-Pokal einziehen. Dazu ist Platz sechs Grundvoraussetzung, und "dazu müssen wir unseren Kader noch verstärken", sagt Wirtz,

Im nächsten Jahr aber soll es wieder weiter nach oben gehen. Zwar sei es noch zu früh, um bereits jetzt über Saisonziele zu sprechen, doch ist es kein Geheimnis, dass es Wirtz, der mit seinem Unternehmen zu den Hauptgeldgebern zählt, ziemlich in den Fingern juckt, zumindest den Angriff auf die Zweite Liga zu beginnen. Auch der Umzug in die Glockenspitzhalle soll dann endlich vollzogen werden - dass es in dieser Saison schon etwas gibt mit dem Standortwechsel, hält Wirtz für unwahrscheinlich, weil die Spielzeit ja nur bis Anfang Mai gehen wird.

Und dieser Wechsel ist der Grundbedingungen für die Zweite Liga. Die Halle ist die einzige in Krefeld, die Profihandball-tauglich ist (sieht man mal vom Königpalast ab), doch noch sind dort Flüchtlinge untergebracht. Nach deren Auszug stehen dort wahrscheinlich umfangreiche Sanierungsmaßnehmen ab (von denen noch nicht bekannt ist, wer die Kosten trägt - Stadt, Land oder Bund). Wie viel saniert werden muss, ist zumindest Wirtz noch nicht bekannt. "Wir warten auf einen Termin mit der Stadtverwaltung zur Ortsbegehung, damit wir dort eine Bestandsaufnahme machen können. Zu tun ist jedenfalls Einiges in der Halle. Ziel ist aber, zur neuen Saison dort spielen zu können", sagt Wirtz, der hofft, dass die Handballer bereits Anfang Juli wieder die Halle zum Training nutzen können. Die Saison beginnt jedenfalls im September 2017.

(RP)
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