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Krefeld: Festival Move im Zeichen von Corona

Kultur in Krefeld : Festival der Tanzsolisten

„Move“: Die Tage für zeitgenössischen Tanz stehen diesmal im Zeichen von Corona. An sechs Wochenenden von Oktober bis November werden Soli und Duette auf der Bühne der Fabrik Heeder gezeigt.

Es ist schon eine kleine Sensation, dass das langjährige Festival für zeitgenössischen Tanz auch in diesem Jahr stattfinden wird. Durch die geltende Schutzverordnung erfährt „Move! Krefelder Tage für modernen Tanz“ eine spannende Neuausrichtung: Soli und Duette –  allesamt aus Nordrhein-Westfalen  – werden an sechs Wochenenden im Oktober und November auf der Bühne der Fabrik Heeder, Virchowstraße 130, zu sehen sein. Eingerahmt werden die Aufführungen in ein umfangreiches Kurzfilmprogramm, das zeitgenössischen Tanz von seiner cineastischen Seite zeigt.

Auf ein Gastland sowie ein Rahmenprogramm verzichtet Dorothee Monderkamp, stellvertretende Leiterin des Kulturbüros und Leiterin des Festivals, dieses Mal: „Wir bleiben der freien Tanzszene verpflichtet und machen die ästhetische Bandbreite, die das Tanzland NRW zu bieten hat, auch in diesem Jahr sichtbar.“ Die Vorgaben von vier Metern Abstand zwischen Tänzern und Publikum und 1,50 Meter untereinander führten zur Konzentration auf Solo-Produktionen oder Duette mit Künstlern, die in einer Partnerschaft oder im selben Haushalt leben. Da die Compagnien der freien Tanz- und Theaterszene NRW in Kollektiven arbeiten, konnten sie nicht auf bestehende Stücke zurückgreifen. Stattdessen haben sich Festivalleitung und Künstler auf neue Formate eingelassen: 30-minütige Soli oder Duette. „Das haben die Künstler dankbar angenommen“, sagt Dorothee Monderkamp.

Den Auftakt macht Henrietta Horn am 10. Oktober mit ihrem Solo „Contrapunctus I“. Horn leitete von 1999 bis 2008 gemeinsam mit Pina Bausch das renommierte Folkwang-Tanzstudio und wurde 2008 mit dem Künstlerinnenpreis des Landes NRW für Choreografie und zeitgenössischen Tanz ausgezeichnet.

Ilona Paszthy und IPtanz aus Köln zeigen mit „Absence#1 – Deconstruction of Bodies“ ein Solo, das ursprünglich für fünf Tanzende choreografiert war und sich mit Fragen der Mechanisierung von Mensch und Gesellschaft beschäftigt. Ein weiteres Solo zeigt Mitsuru Sasaki, ein guter Bekannter beim Move-Festival. In seinem neuen Stück „Piano Piano“ nimmt Sasaki Bezug auf die Corona-Krise, die trotz aller „ungewissen Gewissheit“ viel Potenzial für Veränderungen berge.

Eine „special edition“ zeigt Emanuele Soavi mit PANsolo, für das er 2011 mit dem Kölner Darstellerpreis ausgezeichnet wurde. Neun Jahre später setzt Soavi nun „die Fundstücke in neuem Licht und neuer Dunkelheit zusammen“, heißt es im ausführlichen Flyer zum Festival.

Ein weiteres Highlight mit Livemusik zeigt Maura Morales mit ihrem Partner Michio Woirgardt in „Verweile doch, du bist so schön“. Morales ließ sich dafür von Goethes „Faust“ inspirieren und widmet sich der Magie des Augenblicks. Es ist ebenfalls ein Stück, das die Choreographin und Tänzerin vor dem Hintergrund von „Social distancing“ kreiert hat. Das Filmprogramm zeigt im Anschluss daran „Maura“ und begibt sich auf die Spuren der Künstlerin, die mit 17 Jahren von Kuba nach Europa floh.

„Move“ findet statt vom 10.Oktober bis 21. November auf der Studiobühne der Fabrik Heeder. Das gesamte Festival-Programm gibt es unter www.krefeld.de/heeder.
Kartenreservierung ist ab heute, 21. September, möglich, allerdings nur online unter www.krefeld.de/kartenreservierung