Krefeld: Kaninchen bedrohen Top-Spiel

Krefeld: Kaninchen bedrohen Top-Spiel

Fast täglich öffnen sich neue Kaninchenlöcher in der Grotenburg-Kampfbahn. Die Tiere gefährden ein Top-Fußballspiel am 2. Mai, zu dem bis zu 10.000 Zuschauer erwartet werden.

Die Grotenburg-Kampfbahn hat tierische Probleme: Ausgerechnet jetzt, da das Krefelder Traditionsstadion mit der Begegnung zwischen dem KFC Uerdingen und Rot-Weiss Essen wieder vor einem Top-Spiel steht, droht eine Kaninchenplage überhandzunehmen.

Zwar stimmt das Gerücht nicht, wonach die Nager die Westtribüne unterhöhlt und für Einsturzgefahr gesorgt hätten. Aber der Rasen ist akut bedroht. Das Fußballspiel zwischen dem KFC und Rot-Weiß Essen findet am 2. Mai, 19.30 Uhr, statt. Erwartet werden bis zu 10 000 Zuschauer.

Unter den Stufen der 1979 aufgestockten Westtribüne haben sich die Nager eine Heimstatt geschaffen, haben dort Baue mit den bekannt weit verzweigten Gängen angelegt. Doch wer nun glaubt, dass die zuletzt kaum noch genutzte Westtribüne einsturzgefährdet ist, den kann Sportamtsleiter Detlef Flick beruhigen: "Die Sicherheit ist weiterhin gegeben, und wenn zum Pokalspiel gegen Rot-Weiß Essen die erwarteten 10 000 Zuschauer kommen sollten, werden die Essener Stehplatzbesucher dort — allerdings nur im oberen Bereich — ihren Platz finden", sagt der Mann, in dessen Obhut sich die 1927 erbaute Sportstätte befindet.

Geschlossen ist seit einiger Zeit lediglich der untere Teil der Westtribüne, weil die dortigen Trittstufen abgängig und folglich nicht sicher sind. "Aber die Zuschauerzahlen der letzten Jahren waren ja auch so, dass diese Fläche ohnehin nicht benötigt wurde", führt Flick weiter aus. "Und die Gesamtkapazität liegt immer noch bei über 30 000 Plätzen." Offiziell bietet die Grotenburg 34 500 Besuchern Platz.

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Sorge bereitet da schon eher, dass die Kaninchen auch das Spielfeld in Beschlag nehmen und in und unter den Rasen Löcher graben wollen. "Wir müssen die Tiere schlichtweg am Betreten des Spielfläche hindern", sagt Werner Vollack. Der 57-Jährige schrieb als seinerzeit einer der besten deutschen Torhüter die großen Uerdinger Fußballerfolge mit und ist heute einer der beiden Platzwarte im Stadion.

Er und sein Kollege Werner Zenz sind nun beinahe täglich damit beschäftigt, Schlupflöcher der Nager in der eigentlich als Abwehrbollwerk dienenden Bandenumrandung mit Kaninchendraht zu verschließen. Schließlich wollen beide mit einem möglichst makellosen Rasen ihren Anteil an dem für diese Saison fest geplanten Aufstieg des KFC in die Regionalliga haben.

Die Partie des KFC Uerdingen gegen Essen ist auch jenseits aller Rasenprobleme nicht ganz unproblematisch. Aller Voraussicht nach wird das Polizeiaufgebot beträchtlich sein. Mehr als acht Jahre ist es her, dass sich beide Mannschaften in einem Pflichtspiel gegenüberstanden; Krawalle oder Ausschreitungen sind keine überliefert.

Aber allein das zahlenmäßig meist starke Auftreten der als emotional geltenden Essener Fans wird die Zentrale Informationsstelle Sporteinsätze (ZIS) der Polizei die Empfehlung an den Fußballverband Niederrhein aussprechen lassen, diese Partie als Risikospiel mit unter anderem der Folge der strikten Trennung der Fangruppen zu klassifizieren.

(RP/ila/top/jco/rl)