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Hilferuf der Handwerker In Krefeld und der Region: Stadt soll Aufträge erteilen

Appell an Politik und Stadtverwaltung : Hilferuf der Handwerker: Stadtverwaltung soll Aufträge erteilen

Es geht teilweise um die Existenz: Die Kreishandwerkerschaft Niederrhein appelliert dringend an die Kommunen, Kleinunternehmen aktiv zu stützen.

Die Corona-Krise verlangt vielen eine Menge ab. Beschäftigte und Unternehmer sitzen vielfach in einem Boot. Sie sorgen sich um ihre wirtschaftliche Zukunft. CDU-Ratsherr Jürgen Wettingfeld kennt die Sorgen. Er ist Inhaber eines mittelständischen Betriebs und weiß gut abzuschätzen, wie lange er ohne neue Aufträge durchhalten kann.

Die Kreishandwerkerschaft Niederrhein mit Sitz in Krefeld appellierte am Donnerstag mit einem Aufruf an die Städte, Kreise und Gemeinden, dem „Handwerk Arbeit (zu) geben – jetzt!“. Die Körperschaften sollen  öffentliche Aufträge weiter ausführen lassen. In der Rolle des Politikers können Wettingfeld und seine Kollegen aller Fraktionen mitwirken, dass die öffentliche Hand die Kleinunternehmen mit Aufträgen stützt. Die Corona-Krise werde viele Handwerksbetriebe hart treffen. Die Folgen für die Wirtschaft seien derzeit noch gar nicht absehbar, sagen Kreishandwerksmeister Rolf Meurer und der Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Niederrhein, Marc Peters. Bei der Kreishandwerkerschaft stehe das Telefon nicht still: „Viele Handwerksunternehmer haben Angst und fürchten um ihre Existenz und die Arbeitsplätze.“

Zwar dürften Handwerksbetriebe derzeit weiter ihrer Arbeit nachgehen. „Wir stellen aber fest, dass viele Kunden jetzt Aufträge verschieben, sodass die Betriebe nicht arbeiten können, obwohl sie arbeiten wollen“, erklären Meurer und Peters. In einem Brief an die Bürgermeister und Landräte in der Region rufen sie dazu auf, Arbeiten nicht zu stornieren: „Hier können Sie als Kommune ein Zeichen setzen und das Handwerk aktiv vor Ort unterstützen, indem Sie öffentliche Aufträge weiter ausführen lassen“, heißt es darin.

Für die Kreise, Städte und Gemeinden sehen Meurer und Peters sogar einen Vorteil: Da Schulen, Kindertagesstätten, Büchereien und Verwaltungsdienststellen geschlossen seien, könnten hier jetzt Arbeiten ausgeführt werden, die sonst nur in Ferienzeiten möglich seien.

In einem zweiten Schreiben an den Präsidenten des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH), Hans Peter Wollseifer, schildern Meurer und Peters ein weiteres Problem: Die von der Politik in Aussicht gestellten Kredite für Unternehmen würden den Betrieben alleine nicht helfen. „Einem Betriebsinhaber, der Kosten, aber keine Einnahmen hat, hilft kein Kredit, den er am Ende nicht zurückzahlen kann“, sagen sie.

Dabei spiele auch eine Rolle, dass viele Betriebsinhaber im Handwerk um die 60 Jahre und älter sei. „Einige denken in der jetzigen Situation laut darüber nach, ihr bisher erfolgreiches Unternehmen zu schließen, weil sie nicht ihre Altersversorgung riskieren wollen.“ Das könne drohen, wenn die Inhaber den Betrieb mit privaten Geldmitteln aufrechterhalten und einen Kredit in den nächsten Jahren zurückzahlen müssten.

„Hier muss von Seiten der öffentlichen Hand deshalb über die bisher im Raum stehenden Hilfen hinaus über Zuschüsse nachgedacht werden, die die Betriebe nicht zurückzahlen müssen. Eine Entscheidung hierüber muss seitens der Politik schnell getroffen werden, da ansonsten zu befürchten ist, dass viele Betriebe die nächsten Wochen nicht überstehen werden“, schreiben Rolf Meurer und Marc Peters an den ZDH-Präsidenten. Sie bitten Wollseifer eindringlich, diesen Aspekt auf Bundesebene einzubringen.