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Malteser verteilen an Weihnachten Suppe in Kleve

Weihnachten bei Bedürftigen : Unterwegs mit dem Wärmebus in Kleve

Die Klever Malteser sind seit Anfang Dezember mit einem Wärmebus unterwegs. Am Wochenende bieten sie Bedürftigen warme Getränke, Essen, Kleidung und Decken. Ihr Angebot spricht sich herum.

Erster Weihnachtstag, 12 Uhr mittags: An der Spyckstraße 52 in Kleve duftet es nach Erbsensuppe. Die Malteser kochen. Erbsensuppe bereiten sie zu und machen sie zum Transport fertig.

Gut 40 Aktive zählt die Klever Ortsgruppe der Malteser. Jeder vierte ist am ersten Weihnachtstag im Einsatz. Um neun Uhr geht es los: Es gilt die Erbsensuppe vorzubereiten. Die Kartoffeln zu schälen, die Suppe köcheln zu lassen und immer wieder kräftig umzurühren. 24 Liter Erbsensuppe kochen die Klever Malteser am ersten Weihnachtstag. Um 12.30 Uhr beginnt die Auslieferung. Erste Station: Selfkant, Obdachlosenunterkunft in Kleve-Kellen. Ein junger Mann kommt aus der Unterkunft. „Erbsensuppe?“, fragen die Malteser. „Joa“, sagt er und nickt dankbar. Viele Worte werden nicht gewechselt – es sind die Gesten, die Geschichten erzählen.

Auch einen Kaffee mit Zucker kriegt der Mann von den Maltesern, die mit ihrem Wärmebus vor der Obdachlosenunterkunft in Kellen geparkt haben. Anfang Dezember haben die Malteser das Projekt ins Leben gerufen. Seitdem sind sie am Wochenende unterwegs, kredenzen Bedürftigen Brötchen, Suppe, warme Getränke und an Weihnachten auch Schokon-Nikoläuse.

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Fünf Stationen haben die Malteser am ersten Weihnachtstag auf dem Programm. Neben der Obdachlosenunterkunft steuern sie etwa den Bahnhof oder den eoc-Parkplatz in Kleve an. Sie klappen den Kofferraum ihres Wärmebusses auf und servieren Bedürftigen Suppe und Kaffee. Dass die Malteser seit Anfang Dezember am Wochenende kommen, hat sich nach vier Wochen Wärmebus schon herrumgesprochen.

Schmerzt es, den ersten Weihnachtstag zu opfern? „Nein“, sagen Cedric Ocklenburg und Axel Schurer. Die beiden leiten das Wärmebus-Projekt. 22 und 27 Jahre sind sie alt, seit 13 beziehungsweise 14 Jahren Mitglied der Malteser. „Die ehrenamtliche Arbeit macht uns viel Spaß – sonst würden wir es ja nicht machen“, sagt Axel Schurer. Dass die Zeit, die er und seine Kameraden in den Wärmebus stecken, Freude bereitet, liege wohl auch daran, dass das Vereinsleben sehr familiär sei, so Schurer. Und: „Das Projekt funktioniert natürlich nur, weil wir zuhause unterstützt werden. Da sagt keiner: ‚Hmm, du musst schon wieder los?‘ Sie sagen: ‚Das ist cool‘“, so der 27-Jährige.

Cedric Ocklenburg kann ein Lied davon singen. Er habe das Talent, an seinem Geburtstag für die Malteser im Einsatz zu sein, sagt er. Die Familie verstehe das. Sie verstehe es auch, wenn mitten in der Nacht das Handy geht und die Klever Malteser zu einem Einsatz nach Essen gerufen werden. Eine Flut ist eingeschlagen, es gilt, Opfer zu betreuen, „denen quasi das Haus unterm Arsch weggerissen wurde“, so Cedric Ocklenburg. Sein Geburtstagsfrühstück findet an diesem Tag ohne ihn statt.

Die Klever Malteser sind vielseitig aktiv. Sie helfen bei Katastrophen, sie übernehmen Rettungsdienst-Einsätze und sie leisten Sanitätsdienst bei Veranstaltungen wie dem Haldern Pop. Sie sind bei Bombenentschärfungen im Einsatz und sie leiten Kinder- und Jugendgruppen. Und die Malteser sind seit Anfang Dezember mit ihrem Wärmebus unterwegs, kredenzen Bedürftigen Essen und Trinken. Obdachlose gehören zu den Gästen und Menschen, die sich keine regelmäßigen Mahlzeiten mehr leisten können.

Die gemeinsame ehrenamtliche Arbeit, sie schweiße zusammen, sagt Cedric Ocklenburg. Gemeinsam mit seinen Malteser-Kameraden serviert er am ersten Weihnachtstag nicht nur Erbsensuppe und warme Getränke, sondern er verteilt auch Jacken und Decken an Bedürftige. Der Wärmebus ist das Projekt, und Wärme gilt es zu spenden. Der Wärmebus soll am Wochenende die Essensangebote von Tafel und Klosterpforte ergänzen, sagen die Malteser. Unterstützt werden sie dabei etwa von der Klosterpforte und von privaten Spendern. Getragen werden die Malteser aber vor allem von viel ehrenamtlicher Arbeit aus den eigenen Reihen – sei es an der Suppenkanone oder im Rettungswagen.