Kleve: Streit um Beuth vor Lösung. Plakette soll in die Schwanenburg

Ausschuss für Kultur und Stadtgestaltung : Beuth-Plakette soll in die Schwanenburg

Auch der Straßenname soll nicht verändert werden. Sitzung des Kulturausschusses

Der Streit um die Beuth-Plakette scheint vor einer Lösung zu stehen: Sie soll in der Schwanenburg aufgehängt werden, mit einem entsprechenden Begleittext versehen. Nachdem die Klever Bürgermeisterin Sonja Northing von antisemitischen Äußerungen Christian Peter Beuths (1781 bis 1853) in der so genannten Deutschen Tischgesellschaft (der auch Fichte, von Brentano und von Arnim angehörten) erfahren hatte, hatte sie die Büste Beuths von seinem Geburtshaus in Kleve entfernen lassen. Zwar nach Rücksprache mit den Fraktionschefs, aber ohne Ratsentscheid. Das brachte ihr eine Rüge ein.

Der preußische Beamte gilt als Begründer der technischen Ausbildung in Preußen und stammt aus Kleve. Es gibt eine Beuth-Gesellschaft und in Berlin eine Beuth-Hochschule. Dort diskutiert man seit mehreren Jahren, ob die Hochschule den Namen behalten darf. In Kleve hingegen ließ die Bürgermeisterin ohne Diskussion die Plakette über Nacht abnehmen. Der Rat setzte später eine Expertenkommission unter Moderation von Kulturausschussvorsitzenden Jörg Cosar (CDU) ein. Die Kommission habe in angenehm sachlicher Atmosphäre, teils auch kontrovers aber immer konstruktiv diskutiert, so Cosar. Die Kommission legt zu Beuth dem Ausschuss eine Vorlage vor, über die in der nächsten Sitzung des Ausschusses am Mittwoch, 4. September, 17 Uhr, im Rathaus beraten werden soll. Demnach soll die Beuth-Plakette in der nächsten Ausstellung im Haus Koekkoek gezeigt werden. Danach soll sie dauerhaft in der Schwanenburg zu sehen sein. Die Plakette wird dort mit einem entsprechenden Begleittext versehen. Weiterhin empfiehlt die Kommission, dass alle Straßen, die ihren Namen vor 1933 erhalten haben, nicht umbenannt werden, somit auch die Beuth-Straße ihren Namen behält.