Frauenfußball : „Wir sind gerne der Jäger“

Die Fußball-Frauen des VfR Warbeyen starten gegen Viktoria Winnekendonk in die Saison.

Am Sonntag starten die Frauen des VfR Warbeyen in ihre zweite Niederrheinliga-Saison. Zum Auftakt wartet gleich das Derby mit Aufsteiger Viktoria Winnekendonk, das zur Freude aller Beteiligten nach Rücksprache mit dem Verein in der Getec-Arena des 1. FC Kleve ausgetragen wird.

Für Neucoach Sandro Scuderi, der von Marcel Kempkes assistiert wird, ist es das zweite Pflichtspiel an der Seitenlinie der Kämpferherzen-Seniors. Sein Weg dorthin ist recht einfach erklärt. Im Zuge eines Testspiels zwischen Borussia Mönchengladbachs Damen – dort war Scuderi zuletzt im Trainerteam aktiv – und einer Auswahl der Teams aus Warbeyen, Walbeck und Winnekendonk entstand der Kontakt zu Sven Rickes, Leiter des Talentförderzentrums Kämpferherzen und zudem Teammanager der Damen. „Bei einem anschließenden Treffen hat mich dann vor allem das ambitionierte Denken hier überzeugt“, erklärt der Coach. Mit Kempkes habe er sich jemanden, dem er vertrauen kann und bereits aus Zeiten beim Kevelaerer SV kennt, an Bord geholt. Den ersten Erfolg konnte das Trainerteam Scuderi-Kempkes schon verbuchen. Den PSV Wesel-Lackhausen schlug man im Niederrheinpokal mit 9:2.

Nun wartet die Herausforderung Ligabetrieb. Scuderis Spielidee ist simpel wie komplex. „Wir wollen mit unserer jungen Truppe für Furore sorgen und unangenehm bespielbar sein. Natürlich wird nicht alles klappen aber wir werden unseren Weg gehen. Wichtig wird es sein, nach Niederlagen stärker zurückzukommen. Der Name Kämpferherzen soll Programm sein.“

Den sehr jungen Altersdurchschnitt seines Teams von nur 18,5 Jahren sieht er differenziert. „Uns zeichnet eine junge Forschheit aus. Auf der anderen Seite müssen wir geduldig zu sein, Rückschläge verarbeiten und fehlende Erfahrungswerte sammeln. Das wird die größte Aufgabe sein.“ In der Vorbereitung konnten schon erste Schritte in die richtige Richtung gemacht werden. Nach drei Wochen geprägt von Ausdauertraining und Testspielen gegen klassenhöhere Gegner, sei man in den vergangenen zweieinhalb Wochen vermehrt auf Mannschaften getroffen, gegen die man mehr Gefühl und Gedanken in die eigene Offensive investieren musste, so Scuderi. „Hier ging es vor allem darum, Räume zu schaffen, zum Torabschluss zu kommen und gedankenschnell zu handeln.“ Das Ausmaß an Schweiß und Gedanken, das in die sechswöchige Vorbereitung geflossen ist, wird einem erst dann richtig bewusst, wenn man hört, dass die VfR-Kickerinnen doch tatsächlich fast jeden Tag auf dem Platz am Duvenpoll in Warbeyen geschuftet haben. Zwei Testkicks pro Woche? Mindestens! Was das angeht, ist Scuderi folgerichtig voller Lob für seine Mädels. „Es ist fantastisch, wie alle mitziehen. Da macht es uns natürlich ebenfalls Spaß.“

Wie es sich für ein ambitioniertes Team gehört, wurde auch der Kader sachgerecht geplant und die Region nach aufstrebenden Talenten sondiert. Fünf Niederländerinnen fanden in der Sommerpause ihren Weg über die Grenze in das 700-Seelen-Dorf. Aber auch Spielerinnen aus der U17 rückten in den Frauen-Kader auf. Dieser sei nun in der Breite verstärkt, fast jede Position könne man doppelt besetzten. „Wir verfügen über eine Mischung aus Defensiver Kompaktheit und gesundem Drang nach vorne. Vorne haben wir torhungrige Spielerinnen, die wissen, wo das Tor steht“, sagt Warbeyens Übungsleiter Sandro Scuderi.