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Beim Unternehmerabend der Wirtschaftsförderung Kreis Kleve in Geldern ging es um das Thema Wohnungsbau.

Unternehmerabend : Der Bauboom wird anhalten

Um das Thema „Wohnungsbau: Bedarfe – Flächen – Programme“ geht es bei den Unternehmerabenden der Wirtschaftsförderung Kreis Kleve. Beim Auftakt in Geldern kamen über 120 Gäste ins Berufskolleg.

Dem Thema „Wohnungsbau: Bedarfe – Flächen – Programme““ widmet die Wirtschaftsförderung Kreis Kleve in diesem Jahr ihre Unternehmerabende. Und beim Auftakt in Geldern zeigte sich schon an der großen Resonanz, dass Kreis-Wirtschaftsförderer Hans-Josef Kuypers und sein Team damit einen Nerv getroffen haben. Über 120 Gäste kamen ins Berufskolleg in Geldern, um die von Andrea Franken moderierte Diskussion mitzuerleben. Entscheidende Kernaussage: Die Nachfrage nach Wohnungen wird stark bleiben, die Preise werden weiter steigen, schon aus Kostengründen werden immer mehr Menschen aus den Städten aufs Land ziehen wollen.

Klare Worte gab es dabei im Eingangsreferat von Andreas Eck. Der Immobilienmakler, der als Mitglied des Gutachterausschusses des Kresses Klee auch einen guten Blick auf die Gesamt Entwicklung hat, nahm kein Blatt vor dem Mund. Etwa bei seinem Urteil zur Mietpreisbremse: „sinn los und wirkungslos“. Baugrundstücke würden angesichts des aktuellen Booms nicht mehr verkauft, sondern verteilt. Die Politik fordere zwar bezahlbaren Wohnraum“, und sorge gleichzeitig mit Regelungswut und Bürokratie dafür, dass Bauen immer teurer wird. Und seinen Mitbürgern schrieb er ins Stammbuch: „Wir Geldrianer sind ein komisches Volk. Wir reden über Veränderungen, am Ende zerreden wir sei aber.“ Aber auch das Beispiel Paeschensdyck in Kerken zeige, dass zwar immer Wohnungsbau gefordert wird, die Nachbarn ihn aber ungern vor der eigenen Haustür haben wollen. St. Florian lasse grüßen.

Dass es trotz der hohen Baupreise nicht zu spät ist, machten die Fachleute zum Thema Finanzierung deutlich. Rainer Pütz von der Sparkasse Krefeld: „Lieber jetzt bauen als irgendwann, die Zinsen bleiben niedrig, die Preise werden weiter steigen.“ Stephan Kunz von der NRWBank mahnte, dabei sollte man aber nichts überstürzen und sich umfassend informieren, auch über die verschiedenen Fördermöglichkeiten. Für die Volksbank an der Niers erinnerten Heinz-Gerd Prast und Christoph Dicks daran, dass man sich nicht von den niedrigen Zinsen blenden lassen dürfe. Ohne Eigenkapital sei auch heute ein Bauprojekt nicht sinnvoll.

Bürgermeister Sven Kaiser, der schon eingangs vorgestellt hatte, dass in Geldern kurzfristig fast 500 Wohnungen in Mehrfamilienhäusern entstehen, erklärte, das man in der Stadt am Ball bliebe, um den ermittelten Bedarf von fast 1500 Wohnungen bis 2030 weitgehend befriedigen zu können. „Große Potenzial“ sieht auch Paul Düllings von der GWS Wohnungsgenossenschaft Geldern weiterhin für die Stadt. Die Nachfrage sei gut. Wichtig sei aus seiner Sicht, Entwicklungsmöglichkeiten im Bestand auszunutzen. Ein Problem („Flaschenhals“) sei, dass das Handwerk oft nicht mehr die nötige Personalstärke haben, den vielen Aufträgen überhaupt gerecht zu werden. Man erlebe mittlerweile echte „Abwehrangebote“. Kreis-Wirtschaftsförderer Hans-Josef Kuypers stellte mit Blick auf das gesamte Gebiet fest, dass man zwar die Stadt Kleve allein schon wegen der Sonderkonjunktur durch die Hochschule besonders betrachten müsse Insgesamt sei im Kreis Kleve die Welt aber noch deutlich Ordnung.