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Kempener Stadtbibliothek bietet Selbstbedienung bei Ausleihe und Rückgabe von Medien

Stadtbibliothek : Stadtbibliothek mit neuer Selbstbedienung

Wegen der Corona-Krise ist die Bücherei derzeit geschlossen. Später steht der neue Kundenservice dann aber zur Verfügung.

In der Kempener Stadtbibliothek im zweiten Stock des Kulturforums Franziskanerkloster an der Burgstraße hat sich – vor der zwangsweisen Schließung wegen der Corona-Pandemie – einiges verändert. Die Bestseller-Abteilung gleich am Eingang musste ebenso weichen wie die Musik-CDs. Dort wurde Platz geschaffen für besondere Regale und Tische. Denn dort können die Nutzer nach der Wiedereröffnung ihre Bücher und andere Medien selbst verbuchen.

Dafür legt man einfach seinen Bibliotheksausweis und das Medium, das man ausleihen möchte, auf die entsprechende Fläche des Selbstverbucherterminals und schon ist die Buchung auf dem Benutzerkonto zu sehen. Für die Rückgabe stellt man Bücher, Spiele oder CDs einfach in die speziellen Regale neben dem Eingang und die Rückbuchung erfolgt automatisch. Auf einem Bildschirm kann man kontrollieren, dass der Vorgang funktioniert hat. Am Eingang zur Bücherei sind Sicherheitsschleusen aufgestellt, wie man sie aus dem Kaufhaus kennt, die die Entleihe kontrollieren und Diebstähle verhindern.

Damit dies nun alles so reibungslos funktioniert, wurden in den vergangenen Monaten die Grundlagen dafür geschaffen. Alle Benutzerausweise und Medien wurden mit neuen Etiketten oder Chips mit RFID-Technik (Radiofrequenz-Identifikation) versehen. Dabei werden Daten mit Hilfe von Radio-Wellen übertragen. Diese können auch aus geringer Distanz ausgelesen werden, ohne dass eine direkte Sichtverbindung zum Lesegerät nötig ist. Diese Technik wird bereits in vielen Bereichen, zum Beispiel beim Einkaufen oder auch in Reisepässen, eingesetzt. Auch viele öffentliche Bibliotheken arbeiten schon seit Jahren erfolgreich damit. Bereits im Herbst hat die Kempener Stadtbibliothek einen Kassenautomat in Betrieb genommen, an dem man alle Gebührenzahlungen bar oder mit Karte tätigen kann.

Für diie Einführung der Selbstverbuchung wurde das Personal der Bücherei nach Angaben von Leiterin Katrin Steuten auf das neue System geschult. Die Einführung für die Stadtbibliothek hatte noch Steutens Vorgängerin Ursula Wiltsch angestoßen. Ende 2016 hatte die Politik den Plänen zugestimmt. Das vom Land bezuschusste Projekt wurde Schritt für Schritt umgesetzt.

Die erhofften positiven Effekte: Reduzierung der Wartezeiten bei der Ausleihe oder Rückgabe und damit mehr Kundenzufriedenheit. Fehlbuchungen und Fehlzahlungen werden ausgeschlossen. Das System bietet darüber hinaus mehr Schutz vor Diebstahl. Die bargeldlose Bezahlung am Kassenautomaten vereinfacht den Bezahlprozess und macht ihn sicherer. Dazu wird das Personal entlastet, das damit mehr Zeit für andere Aufgaben hat.

Und das ist auch das, was sich Bibliotheksleiterin Katrin Steuten erhofft. In Zukunft soll nur noch eine Mitarbeiterin im Eingangsbereich eingesetzt sein, statt wie zuletzt zwei. Eine weitere Kraft wird auch weiterhin am Info-Punkt im hinteren Bereich der Bibliothek zu finden sein.

www.rp-gemeinsamstark.de