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Kaarst: Schulministerin besucht Kaarst

Kaarst : Schulministerin besucht Kaarst

Auf Einladung von Grünen, UWG, Zentrum, der Familienpartei und den Linken kam Sylvia Löhrmann nach Kaarst, um über das Modell "Gemeinschaftsschule" zu informieren. Vor allem Haupt- und Realschullehrer machen sich Sorgen.

NRW-Schulministerin Sylvia Löhrmann rührte im Bürgerhaus die Werbetrommel für eine Schulform, die in Kaarst politisch mehrheitlich gewollt ist: Die Gemeinschaftsschule. Die Ministerin sprach im Bürgerhaus vor Vertretern aller Fraktionen außer der CDU, vor Eltern, Lehrern und der Schulverwaltung.

Die Veranstaltung, zu der die kleinen Parteien mit Ausnahme der FDP geladen hatten, war sehr gut besucht. Es wurde sehr sachlich diskutiert — auch über Ängste, die in den beiden auf jeden Fall betroffenen Schulen, der Elisabeth-Selbert-Realschule und der Hauptschule, herrschen. Der Journalist Andreas Vollmert konnte neben Sylvia Löhrmann auch Dorothea Schäfer, Vorsitzende der Gewerkschaft Wissenschaft und Erziehung in NRW, begrüßen. "Unser Ziel ist es, möglichst transparent und unideologisch zu informieren", erklärte Christian Gaumitz (Grüne).

Die grüne Schulministerin ging unter anderem kurz auf das jüngste Urteil des Oberverwaltungsgerichts Münster ein, das in der vergangenen Woche die Einrichtung einer Gemeinschaftsschule im sauerländischen Finnentrop für rechtswidrig erklärt hatte. Löhrmann stellte klar: Auch wenn man keinen Erprobungsbedarf gesehen habe, sei das Urteil nicht gegen die Gemeinschaftsschulen gerichtet. Und Dorothea Schäfer betonte: "Die Konzepte in NRW sind nicht identisch mit denen in anderen Bundesländern, insofern besteht schon Erprobungsbedarf." Jetzt soll ein neues, tragfähiges Schulgesetz verabschiedet werden.

Im kommenden Schuljahr werden statt der geplanten 14 jedenfalls nur 12 Gemeinschaftsschulen in Nordrhein-Westfalen in die Erprobungsphase gehen. Im Schuljahr 2012/13 möchte Kaarst mit dabei sein. Hermann Köster hat gute Chancen, als letzter Hauptschulleiter in die Kaarster Schulgeschichte einzugehen: "Wir müssen jetzt nach vorne schauen, haben lange gebraucht, um das zu verarbeiten", gestand er und sprach von Ängsten im Kollegenkreis. Die neue Schulform werde nicht alle Probleme lösen können. Heike Scholten, Lehrerin an der Büttgener Realschule, beklagte, sie und ihre Kollegen hätten noch viele Fragen.

Schuldezernent Heinz Dieter Vogt versprach, am 12. Juli Rede und Antwort zu stehen. Hoffnung schöpften viele anwesende Eltern aus seiner Ankündigung, "man werde darum ringen, ob die Gemeinschaftsschule eine eigene Sekundarstufe II bekommt oder mit einem Gymnasium kooperiert". "Eine Gemeinschaftsschule ohne Oberstufe stellen wir uns nicht vor", erklärte Vogt.

(NGZ)