Kaarst: Gemeinschaftsschule aus Expertensicht

Kaarst : Gemeinschaftsschule aus Expertensicht

Was passiert am Standort der Haupt- und Realschule in Büttgen? Die Realschule ist gesund, doch die Hauptschule hat für das kommende Schuljahr nur knapp die geforderte Anzahl von 18 Anmeldungen erreicht. Deshalb diskutiert die Politik eine neue Schulform für Kaarst.

Die Signale aus Stadtverwaltung und Ratsmehrheit deuten auf eine Gemeinschaftsschule hin. Diese wird vom Land als Modellversuch an 50 Standorten erprobt. Sollte Kaarst allerdings dafür nicht angenommen werden, wäre die Gesamtschule eine Alternative.

Grüne, UWG, Zentrum, Familienpartei und Linke hatten sich für beide Schulformen Experten aus der Praxis eingeladen: Achim Fischer, Direktor der Janusz-Korczak-Gesamtschule Neuss, und Norbert Giesen, Realschulrektor und kommissarischer Leiter der neuen Gemeinschaftsschule Rheinberg. "Die Gemeinschaftsschule ist wie eine kleine Schwester für uns: Wir bieten beide integratives Lernen an", sagte Achim Fischer. Während die Gesamtschule eine Differenzierung ab Stufe 7 sowie eine Oberstufe anbieten muss, ist dies für die Gemeinschaftsschule optional. Für die Teilnahme am Modellversuch sind 69 Anmeldungen für drei Klassen erforderlich. Für eine eigene Oberstufe muss fünfzügig gestartet werden, ansonsten kann später mit einem Gymnasium kooperiert werden. Allerdings gilt für die Schüler nicht das Abitur nach acht Jahren, sondern weiter nach neun, so dass sie beim Wechsel ans Gymnasium dort die zehnte Klasse wiederholen müssen.

Demografischer Wandel

Beide Rektoren legten Wert auf den informellen Charakter der Veranstaltung und setzten ihre Schulform nicht über die andere. "Es muss geprüft werden, wie viele Kinder die neue Schule besuchen würden, welche Empfehlungen sie bekommen", sagte Fischer. "Mit Blick auf den demografischen Wandel muss sich die Stadt fragen, ob sie eine weitere Schule mit gymnasialer Oberstufe braucht." Außerdem sei der Standort wichtig. "Kann die Schule organisch zusammenwachsen oder muss etwas Neues erschaffen werden?"

Hermann Köster, Leiter der Hauptschule Büttgen, berichtete von einer intensiven Diskussion in seinem Kollegium. "Es besteht großer Informationsbedarf", sagte er. "Wir müssen vor allem einen Weg finden, bei dem die Eltern sagen, dieses Angebot nehmen wir an."

(NGZ)