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Kaarst: CDU für Gemeinschaftsschule

Kaarst : CDU für Gemeinschaftsschule

Der Schulausschuss soll morgen Abend wichtige Beschlüsse zur Zukunft der Kaarster Schulen treffen. Die NGZ sprach mit Unions-Fraktionschefin Dorothea Zillmer – über notwendige Entscheidungen in Bezug auf Grund- und weiterführende Schulen sowie den nicht immer ganz unkomplizierten Weg dorthin.

Frau Zillmer, die CDU-Fraktion hat am Montag über die Frage nach der dritten Grundschule in Kaarst abgestimmt. Mit welchem Ergebnis?

Momentan gehen die Schüler dort zur Real- und zur Hauptschule. Foto: Michael Reuter

Zillmer Die Mehrheit hat sich für den Standort an der Bussardstraße ausgesprochen.

Der Schulstandort Büttgen wird sich verändern. Foto: Lothar Berns

Das ist die von der Verwaltung favorisierte Variante. Die "Opposition" ist geschlossen für die Stakerseite. Auch innerhalb Ihrer Fraktion gab es unterschiedliche Auffassungen . . .

Zillmer Das stimmt. Es wurde heftig um die endgültige Entscheidung gerungen. Die fiel keinem leicht, denn für beide Positionen gibt es gute Gründe. Letztendlich ist es sicher nicht der einfachere Weg, für den wir uns entschieden haben. Das wissen wir. Aber wir haben alle Argumente – nicht nur das Finanzielle – in die Waagschale gelegt, und das ist das Ergebnis.

Wie geht es aus Ihrer Sicht weiter in der Entwicklung der weiterführenden Schulen in Kaarst?

Zillmer Erfreulich ist zunächst, dass sich auch in diesem Jahr mehr als 18 Schüler an der Hauptschule angemeldet haben. Das heißt, dass sie auch zum Schuljahr 2011/2012 wieder eine Eingangsklasse bilden, also vorerst weiterbestehen kann. Trotzdem müssen wir akzeptieren, dass diese Schulform leider – aus den verschiedensten Gründen – auf Dauer wohl Zukunft hat.

Was heißt das konkret?

Zillmer Die CDU trägt deshalb die Empfehlung des Arbeitskreises Schule mit. Dort haben sich – bis auf die SPD und die Grünen – alle Teilnehmer, also auch die Vertreter der Schulen und der Eltern, dafür ausgesprochen, dass durch ein pädagogisches Team zunächst ein pädagogisches Konzept für eine Gemeinschaftsschule erarbeitet werden soll.

Warum soll ein solches Konzept erarbeitet werden?

Zillmer Um festzulegen, wie eine Gemeinschaftsschule speziell für Kaarster Bedürfnisse ausgestaltet werden soll. Hier lässt das Gesetz Spielraum. So kann eine Gemeinschaftsschule zum Beispiel eine eigene Oberstufe haben, sie kann aber auch mit einer Oberstufe eines Gymnasiums kooperieren.

Müsste nicht vor der Erarbeitung eine Befragung stattfinden, die klärt, ob die Eltern eine Gesamt- oder eine Gemeinschaftsschule befürworten?

Zillmer Bevor man nach einer Schulform fragt, müssen die Eltern wissen, was sich hinter der Schulform verbirgt. Bei einer Gesamtschule ist das gesetzlich festgelegt. Bei einer Gemeinschaftsschule jedoch nicht. Hier kommt es, wie gesagt, auf die spezifische Ausprägung an. Vor einer Befragung müssen die Eltern darüber informiert werden. Und solange noch kein konkretes Kaarst-spezifisches pädagogisches Konzept für eine Gemeinschaftsschule vorliegt, macht eine Befragung keinen Sinn.

Alle anderen Parteien sprechen sich für eine Befragung noch vor den Sommerferien aus, die beide Schulformen beinhaltet . . .

Zillmer Die CDU spricht sich selbstverständlich auch für eine Elternbefragung aus. Die Bezirksregierung hat aber eindeutig erklärt, dass verbindlich nur nach einer Schulform gefragt werden kann, weil eine Befragung nach beiden Schulformen kein eindeutiges und aussagefähiges Ergebnis haben wird, also für das weitere rechtlich vorgeschriebene Verfahren nicht zu gebrauchen ist.

Warum soll dann aus Ihrer Sicht der Bedarf für die Gemeinschaftsschule und nicht für die Gesamtschule abgefragt werden?

Zillmer Wenn wir eine Gemeinschaftsschule errichten wollen, muss der Antrag bis zum 31. Dezember 2011 an das Land gestellt werden. Weil von der Landesregierung insgesamt nur 50 Gemeinschaftsschule genehmigt werden und bereits 17 Genehmigungen vorliegen, ist das momentan unsere einzige Gelegenheit, eine für Kaarst spezifische Gemeinschaftsschule zu errichten. Außerdem spielt auch die prognostizierte Schülerzahl eine Rolle. Für die Errichtung einer Gemeinschaftsschule sind 69 Schüler nötig. Bei der Gesamtschule liegt die Mindestzahl bei 112. Eine kleinere Schulorganisation hat aus unserer Sicht den Vorteil, dass es in Kaarst nicht zwangsläufig zur Aufgabe von weiteren Schulen, etwa eines Gymnasiums, kommt.

Julia Hagenacker führte das Gespräch.

(NGZ)