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Kaarst: Schrottplatz-Problem für Ikea

Kaarst : Schrottplatz-Problem für Ikea

Am Donnerstag wurde der Entwurf zur Hüngert-Rahmenplanung vorgestellt. Auch ein Containerhandel auf Neusser Stadtgebiet spielt dabei eine Rolle. Verwaltung und Politik ist das Gelände ein Dorn im Auge.

Der vom Planungsbüro "Dress & Sommer" ausgearbeitete und am Donnerstag in den zuständigen Ausschüssen erstmals öffentlich diskutierte Entwurf zur Hüngert-Rahmenplanung ist, was er ist: ein Plan, der einen Rahmen vorgibt — für das bedeutendste Kaarster Wirtschaftsprojekt überhaupt, das neu "Ikea-Gewerbegebiet" am Kaarster Kreuz. Und so geraten jetzt auch Probleme "am Rande des Rahmens" genauer in den Blick.

Der Container- und Schrottgroßhandel auf der Neusser Morgensternheide, direkt an der A 57, ist Politik und Verwaltung schon lange ein Dorn im Auge. Planungsausschussvorsitzender Marcel Schulze Bomke-Vossschulte (CDU) und auch Michael Koesling von der Familienpartei mahnten in der Vergangenheit bereits die "unschöne Optik" an.

Der Knackpunkt ist: Das chaotisch anmutende Grundstück liegt unmittelbar neben dem geplanten neuen Ikea-Gelände und gehört der Stadt Neuss. Manfred Meuter, Technischer Beigeordneter, sagt: "Da haben wir keine Entscheidungshoheit." Zwar wirke das Grundstück, auf dem u.a. kaputte Container zur Reparatur gelagert werden, aus der Nähe deutlich aufgeräumter als von der Autobahn aus. Trotzdem müsse der Bauhof jährlich rund fünf Lkw-Ladungen Schrott entsorgen, der vom Containerhandel aus auf Kaarster Stadtgebiet "übergeschwappt" sei.

Mit dem Entwurf der Rahmenplanung an sich zeigte sich die Politik im Großen und Ganzen zufrieden. Lars Christoph (CDU) sagte: "Das ist jetzt ein Stand, den man sehr gut in die Bürgerbeteiligung geben kann." Die Etablierung einer "Möbel-Meile" wie sie am jetzigen Ikea-Standort existiert, lehnt die Union, wie auch die Grünen, für das neue Gewerbegebiet allerdings ab — anders als die FDP.

"Es darf es nicht passieren, dass die bisherigen Möbel-Handelsunternehmen "rund um Ikea" an einem Mitziehen gehindert werden", sagte Günter Kopp. "Es sollte vielmehr dem Wettbewerb überlassen bleiben, ob das von den Unternehmen gewünscht wird oder nicht." Selbst die Verkehrsexperten, sagt Kopp, seien der Meinung, dass es zur Verhinderung von weiteren Verkehren sinnvoll sei, die Umsiedlung zuzulassen. SPD und UWG wollen sich diesbezüglich bislang noch nicht festlegen.

Franjo Rademacher (CDU und Vorsitzender des Förderkreises Holzbüttgen) zweifelte grundsätzlich die Notwendigkeit an, in Kaarst eines der weltweit größten Ikea-Häuser innerhalb eines 550.000 Quadratmeter großen Gewerbegebietes zu schaffen zu "müssen". Zur Grünplanung innerhalb des Rahmenplans sagte er: "Wir wissen alle, dass das so nicht möglich ist."

(NGZ/rl)