Nachermittlungen zu mehrfacher Untreue des ehemaligen Pfarrers von Hückelhoven

Anklage gegen Ex-Pfarrer von Hückelhoven : Untreue-Fall: Geld der Kirche floss auch nach Afrika

Im Fall des ehemaligen Hückelhovener Pfarrers, dem die Staatsanwaltschaft Mönchengladbach mehrfache Untreue vorwirft, sind Nachermittlungen notwendig geworden. Über diesen Stand des Zwischenverfahrens informierte Staatsanwalt Jan Steils auf Anfrage.

„Die Akte ist kürzlich noch einmal zur Polizei zurück gegangen. Deshalb gibt es auch noch keinen Termin zur Hauptverhandlung“, erklärte der Pressesprecher der Staatsanwaltschaft. Inzwischen wurde festgestellt, „dass Gelder auch nach Schwarzafrika gegangen sind“. Allerdings seien hier keine internationalen Ermittlungen möglich, weil es mit den betroffenen Ländern kein Rechtshilfeabkommen gibt, so Steils. Es sei aber auch für das Verfahren nicht unabdingbar notwendig, eine konkrete Person zu benennen, entscheidend seien der entstandene Vermögensschaden und die Begünstigung eines Anderen. Über mehrere Tranchen (ermittelt wurden Empfänger von 22 Überweisungen) hatte der frühere Priester, der jetzt nicht mehr im Kreis Heinsberg lebt, knapp unter 120.000 Euro auf die Konten Dritter überwiesen. Schon als Militärgeistlicher pflegte er unter anderem Kontakte zum Bischof von Dschibuti, dem er für soziale Zwecke auch Spenden weiterleitete. Bei seinem Einführungsgottesdienst am 13. März 2016 in der Hückelhovener Pfarrkirche St. Lambertus hatte er die Kollekte für diesen Bischof von Somalia und und Apostolischen Administrator von Mogadischu bestimmt. Im Januar 2018 fielen „finanzielle Unregelmäßigkeiten“ in der GdG auf, das Bistum Aachen erstattete im März 2018 Strafanzeige.

(gala)
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