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Hückelhoven: Stimmen der Berge verzaubern Hilfarth

Gesangsquartett aus Süddeutschland : Stimmen der Berge verzaubern Hilfarth

Mehrfach verschoben werden musste dieses einzigartige Konzert, das im Saal Sodekamp-Dohmen das Publikum begeisterte. Das Quartett reiste aus Süddeutschland an.

Es war eine harte Geduldsprobe. Immer wieder hatten sie wegen Corona das geplante Konzert der Stimmen der Berge verschieben müssen, insgesamt zwei Jahre lang. Zum 130-jährigen Besten des Hilfarther Männergesangvereins Eintracht reiste das bekannte Gesangsquartett aus Süddeutschland endlich an und sorgte im gut besetzten Festsaal Sodekamp-Dohmen für einzigartige Gänsehaut-Momente, als es „Ein bisschen Frieden“ anstimmte, das Lied, mit dem Schlagersängerin Nicole 1982 als 17-Jährige beim Grand Prix de la Chanson im englischen Harrogate für Deutschland antrat und siegte.

„Wir hoffen sehr, dass der Krieg in der Ukraine bald aufhört und Putin sich besinnt“, erklärten die vier Profi-Sänger, die sich morgens schon früh in ihrer bayrischen Heimat auf den Weg gemacht hatten nach Hilfarth. Ein weiterer Höhepunkt im abendfüllenden, mehr als dreistündigen Konzertprogramm: das gemeinsam mit den MGV-Gastgebern gesungene Steigerlied „Glück auf, der Steiger kommt“, mit dem die Hilfarther Hobbysänger bei ihren Auftritten immer wieder an längst vergangene Zeiten erinnern, als bei Sophia-Jacoba der Kohlehobel noch nicht stillstand. Alles klappte, die Gäste, die als Kinder bei den berühmten Regensburger Domspatzen ihre umfangreiche Gesangskarriere starteten, sangen stimmsicher mit, obwohl sie nie zusammen mit dem MGV geprobt hatten.

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Schwarze Anzüge, weiße Hemden: So betraten Stephan Schlögl, Daniel Hinterberger, Benjamin Grund und Thomas Gruber die Bühne, auf der zuvor die 23 Eintracht-Sänger einige gelungene Kostproben ihres bunten Repertoires abgeliefert hatten. Zur feierlichen Hymne „Conquest of Paradise“ zogen die MGVler auf die Bühne wie einst Boxweltmeister Henry Maske, um dann aus ihrer CD „Schlager-Souvenirs“ „Marmor, Stein und Eisen bricht“ sowie „Hello Mary Lou“ zu präsentieren.

Ein abwechslungsreiches Seemannslieder-Potpourri entnahm das Hilfarther Ensemble mit seinem Chorleiter Heribert „Herri“ Vierboom seiner CD „Fernweh“. Dabei übernahm Peter Peters den Solo-Part. Und sorgte bei den Stimmen der Berge für ungläubiges Staunen. „Ist der Name echt oder ein Künstlername?“ wollten sie von ihm wissen. „Echt“, antwortete der Hilfarther schmunzelnd. Mit Komplimenten sparte MGV-Vorsitzender Detlef Albrecht nicht. „Sie haben heute den Weg in einen der schönsten Orte Nordrhein-Westfalens gefunden“, verkündete er augenzwinkernd.

Im Publikum saß auch der Hückelhovener Bürgermeister Bernd Jansen, der mit seinem Handy Erinnerungen an das lange erwartete Konzert festhielt. Sogar aus München, Stuttgart, Hannover, Emsdetten und Bünde waren Abordnungen der Fanclubs angereist, die ihren umschwärmten Idolen überall hin folgen, wie sie im kurzen Bühnen-Gespräch zum Abschluss begeistert verrieten.

Die vier Stimmen der Berge, die beim ehemaligen Domkapellmeister Georg Ratzinger, Bruder des inzwischen emeritierten Papstes Benedikt XVI., eine professionelle stimmliche Ausbildung absolvierten, nahmen ihre zahlreichen Zuhörer mit auf eine ausgedehnte musikalische Weltreise, bei der zumindest das Publikum bequem auf seinen Stühlen sitzen bleiben konnte. „Es war im Böhmerwald“, das Kufstein-Lied, „Sierra Madre“, „La Montanara“, Udo Jürgens‘ „Griechischer Wein“ und „Ich war noch niemals in New York“ oder auch „Über sieben Brücken musst du geh‘n“, der große Hit der DDR-Erfolgsband Karat, wurden mit viel Applaus belohnt.

An den verstorbenen Entertainer Peter Alexander erinnerten die Stimmen der Berge beim Konzert in Hilfarth mit „Hier ist ein Mensch“ und der „Kleinen Kneipe“. Heinos Evergreen „So blau, blau, blau blüht der Enzian“ kam ebenso zum gesanglichen Einsatz wie Jürgen Marcus‘ „Eine neue Liebe ist wie ein neues Leben“.