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Landtagswahl NRW: Hückelhovener Tino Pakusa wagt für FDP den zweiten Anlauf

Landtagswahl in NRW : Hückelhovener wagt für FDP den zweiten Anlauf

Das Ergebnis von der Wahl vor zehn Jahren möchte der FDP-Politiker toppen, er will mit seinem Wahlkampf aber auch seinem Parteikollegen helfen. Pakusas Schwerpunkte sind Bildung und Mobilität.

Vor zehn Jahren war er schon mal angetreten für die Freien Demokraten. In diesem Jahr versucht es Tino Pakusa erneut als Direktkandidat für die FDP bei der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen am 15. Mai. Damals, so sagt der gebürtige Heinsberger, der in Hückelhoven aufgewachsen ist, habe alles ganz schnell gehen müssen. Nachdem sich der Landtag Mitte März nach dem gescheiterten Haushaltsentwurf aufgelöst hatte, wurde schon zwei Monate später erneut gewählt. Daher freue er sich nun, einen kompletten Wahlkampf erleben zu können und in den Tagen und Wochen vor der Wahl verstärkt mit den Menschen im Kreis Heinsberg ins Gespräch zu kommen.

Für die anstehende Wahl verfolgt der 43-Jährige in erster Linie zwei Ziele. Zunächst gehe es darum, ein gutes Zweitstimmenergebnis einzufahren. Denn Stefan Lenzen, der im Südkreis für die FDP antritt und seit 2017 im Landtag vertreten ist, steht auf Platz 22 der Landesliste der Freien Demokraten. Das bedeutet, dass er bei einem ähnlich guten Abschneiden der FDP wie vor fünf Jahren erneut gute Chancen hat, in den Landtag einzuziehen. Für sich selbst hat sich Pakusa allerdings auch ein Ziel gesetzt. „Ich möchte besser abschneiden als vor zehn Jahren“, sagt er. Damals holte der Hückelhovener vier Prozent der Erststimmen.

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Genauso wichtig wie ein gutes Resultat ist es dem 43-Jährigen, der in Wegberg als staatlich geprüfter Betriebswirt tätig ist, sich für die Menschen in der Region einzusetzen und die aus seiner Sicht wichtigen Themen voranzubringen. So möchte sich Pakusa, der mit einem Mann verlobt ist, unter anderem verstärkt gegen Homophobie einsetzen. Zudem sei bei ihm der viel zitierte Satz „Aufstieg durch Bildung“ mehr als nur eine leere Floskel. Denn Pakusa hat diesen Weg selbst bestritten, hat sich neben der Arbeit über dreieinhalb Jahre berufsbegleitend weitergebildet. Er wisse somit, dass dieser Weg mitunter beschwerlich sein kann, aber auch, dass es sich lohnt, diese Mühen auf sich zu nehmen.

Die Zeit sei für ihn durchaus prägend gewesen, er habe lange Tage gehabt und habe weite Strecken zurücklegen müssen. Was Pakusa auch zu einem weiteren Thema führt, das ihm sehr am Herzen liegt: der Ausbau und die Verbesserung des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV). „Ich weiß, wie es um die Mobilität im Kreis bestellt ist. Denn zu dieser Zeit hatte ich selbst kein Auto und war auf Bus und Bahn angewiesen“, sagt Pakusa. Dies sei gerade in ländlichen Regionen nicht immer ein Vergnügen gewesen. Er befürwortet eine bessere Taktung der verschiedenen Linien, um etwaige Wartezeiten aufgrund von Verspätungen zu minimieren. Auch Busse auf Abruf seien eine gute Möglichkeit.

Im Gegensatz zu anderen Kandidaten ist Tino Pakusa nur auf wenigen Plakaten im Kreisgebiet zu finden. Man habe sogar überlegt, ganz auf die Wahlplakate zu verzichten, doch eine gewisse Präsenz wolle man ja doch zeigen. Ansonsten ist der 43-Jährige, der aus einer Bergbaufamilie stammt, mit einigen Infoständen im Kreis unterwegs, auch in den sozialen Medien möchte er auf Stimmenfang gehen. Er ist froh, bei der FDP wieder seine politische Heimat gefunden zu haben. Zwischenzeitlich war er für kurze Zeit bei den Grünen, wo er sich auf queere Politik konzentriert hatte. Doch die Sichtweisen zu anderen Themen seien zu verschieden gewesen.