Karnevalserwachen: Fast schon versöhnlicher Start in Session

Karnevalserwachen : Fast schon versöhnlicher Start in Session

Bürgermeisterwahl, Ittertreppe und der Klimanotstand – Hildens Hoppedine Fanny findet auf der Suche nach dem Haar in der Suppe nur wenig. Ihre Rede zum Sessionsstart auf dem Ellen-Wiederhold-Platz ist trotzdem nicht langweilig

Bevor die Besucher die Hoppedine am Montag sehen konnten, hörten sie sie: Mit einem laut knatternden Trabi wurde Stephanie „Fanny“ Pook 30 Jahre nach dem Mauerfall zum Ellen-Wiederhold-Platz chauffiert. Als Kind sei die in Sachsen geborene Närrin in solchen Autos durch die Gegend gefahren worden, erklärte sie, bevor sie für ihre traditionelle Rede aufs Dach des Autos stieg und dann bissig über die Politik, „Hildens Umweltspur“, die Bürgermeisterkandidaten und „Fridays For Future“ referierte. Am Ende erhielt sie für ihr elfjähriges Jubiläum den Brauchtumsorden des Carneval Comitees Hilden (CCH) verliehen.

Kalt und windig war es auf dem Ellen-Wiederhold-Platz – doch die Narren ließen sich davon nicht abschrecken. Mit dem einen oder anderen Bier und dicken Winterjacken trotzten sie dem Wetter und schunkelten sich warm, während eine fast 100 Meter lange Schlange vor dem Verkaufspavillon für die Altweiber- und Rosenmontagsparty eindrucksvoll die Bedeutung und die Popularität des Winterbrauchtums demonstrierte. Die Hoppedine kämpfte währenddessen gegen Windböen, die sie fast vom Dach des Trabis bliesen.

Traditionell nahm Stephanie „Fanny“ Pook Politik und Stadtleben auf die Schippe, begann aber mit den Karnevalsgesellschaften aus der Itterstadt. Zu meckern hatte sie allerdings nichts. Nur der Ort der Sessionseröffnung gefiel ihr nicht sonderlich. Im vergangenen Jahr stieg die Veranstaltung noch auf dem Platz vor der Sparkasse. Und früher einmal auf dem alten Markt. Dort möchte sie auch gerne wieder hin, ließ sie durchblicken.

Die Entscheidung mehrerer Parteien in Hilden, einen gemeinsamen Kandidaten zur Bürgermeisterwahl im kommenden Jahr aufzustellen, kommentierte die Hoppedine mit „Angst vor der eigenen Schlappe“. Über Bürgermeisterin Birgit Alkenings habe sie nicht viel zu meckern. „Und dann gibt es noch einen Schlumpf“, sagte sie mit Blick auf Claus Munsch. „Die Allianz, die denkt, sie kann’s.“

Fanny Pook thematisierte die „Fridays For Future“-Bewegung („Wie kommt man so nur zum Abitur“), den vom Rat ausgerufenen Klimanotstand („Symbolpolitik“) und die Idee, hinter dem Rathaus eine Treppe in die Itter zu bauen („Wäre schön, wenn die Hildener übers Wasser gehen könnten“). Trotzdem blieb sie relativ brav im Vergleich zum Vorjahr.

Die Nachricht von Hoppedine Natalie Bartoß (M.) – von einem Feuerwehrwagen auf den Neuen Markt gebracht – war für die Haaner Karnevalisten brandeilig: In der nächsten Session gibt es zwei Prinzessinnen: Tamara Baschner (11, l.),  und Isabel Pichtemann (10). Foto: Köhlen, Stephan (teph)

Die neue Session steht unter dem Motto „Närrisch sein – mit groß und klein“. Nach der Kürung der Prinzenpaare am Samstag, 16. November, wird es aber erst einmal wieder ruhig um die Karnevalisten. Erst im Januar 2020 steigt der Konfetti-Spiegel wieder an, wenn nach dem Prinzenbiwak am 12. Januar der Sitzungskarneval beginnt. Am 20. Februar startet mit Altweiber der Straßenkarneval, der im Rosenmontagszug am 24. Februar gipfelt. Um dessen Finanzierung zu sichern, bietet das CCH erstmals einen Ansteckpin an. Vier Euro kostet er und ist unter anderem bei der Prinzenkürung (16. November, 18 bis 23.30 Uhr in der Stadthalle) erhältlich.

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