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Grevenbroich: Tüftler suchen Sponsoren für Kampf gegen Staub

Grevenbroich : Tüftler suchen Sponsoren für Kampf gegen Staub

Der Feinstaub aus dem Tagebau Garzweiler soll aus der Luft bekämpft werden. Das ist das Ziel von Lambert Harings (49) und Eric Neumeister (41). Der Physik-Ingenieur aus Neuss und der Wirtschaftsjurist aus Düsseldorf planen bereits seit sieben Jahren den Einsatz von Flugzeugen über Grevenbroich und Jüchen.

Nun sind die Tüftler einen Schritt weiter: Messflüge wurden unternommen, die Maschinen stehen bereit — was fehlt, sind Sponsoren.

Harings und Neumeister haben im vergangenen Jahr die Firma "Wolkenwacht" gegründet. Unter diesem Titel sollen künftig Motorflugzeuge starten, um aufsteigende thermische Winde mit Flusswasser aus der Erft zu besprühen. "Die Energie der Thermik, die das Wasser aufheizt, wird auf diese Weise verbraucht", erklärt Lambert Harings. Der Effekt: Die Aufwinde würden für eine längere Zeit gestoppt, der Staub aus Tagebau und Kohlebunker würde die von RWE am Grubenrand aufgestellten Wassersprüher nicht mehr übersteigen.

"Mit Hilfe von Segelflugzeugen haben wir die Aufwindstellen im Tagebau bereits gemessen und die Grube auf einer thermischen Karte abgebildet. Wir wissen nun, wo sich die ,Spots' befinden — damit könnten wir eigentlich sofort loslegen", sagt Harings. Doch für die ersten Flüge fehlt es noch an der Finanzierung: "Wir haben mehrere potenzielle Sponsoren angeschrieben, sobald wir 15 000 Euro zusammenhaben, werden wir starten", erklärt der Physik-Ingenieur.

Lambert Harings und Eric Neumeister wollen Flugzeuge des Schweizer Herstellers "Pilatus Aircraft" einsetzen, speziell die einmotorige Maschine des Typs PC-6. "Sie übernimmt unter anderem auch Aufträge in der Landwirtschaft. Die Tanks sind vorhanden, lediglich die Sprühaufsätze müssen für unsere Zwecke modifiziert werden", sagt Harings. Er und sein Kompagnon wollen die ersten Flüge möglichst noch in diesem Jahr realisieren. Dauerhaft würden jedoch mehr als 15 000 Euro notwendig. Jährlich, so schätzt Harings, kostet der Kampf gegen den Feinstaub etwa zweieinhalb Millionen Euro.

(NGZ/rl)