Grevenbroich: Hydro investiert 17,5 Millionen

Grevenbroich : Hydro investiert 17,5 Millionen

Ein 25 Meter hohes Hochregallager entsteht bei Hydro Aluminium. Künftig werden dort tonnenschwere Bandrollen für die Lithoproduktion gelagert. Jede dritte Zeitungsdruckplatte stammt aus Grevenbroich.

Ein Riesen-Kran hievt vormontierte Bauteile an die richtige Stelle — Gewaltiges entsteht auf dem Werksgelände von Hydro Aluminium Rolled Products. Für 17,5 Millionen Euro baut Hydro seine von 1992 stammende Sexto-Kaltwalzanlage um. Das Dach der großen Werkshalle ist der Länge nach aufgeschnitten, um dort ein 25 Meter hohes und 60 Meter langes Hochregallager für mehrere Tonnen schwere Aluminum-Coils — rund zwei Meter hohe und breite Bandrollen — zu errichten.

Bis zu 4000 Tonnen Aluminium-Rollen sollen dort künftig gelagert werden — auf acht Stockwerken. "Für die Statik waren zwölf Meter tiefe Pfahlbohrungen nötig, und die neu gegossene Fundamentplatte ist 60 Zentimeter dick", macht Pressesprecher Michael Peter Steffen die Dimensionen der neuen Anlage deutlich.

Mit dem Umbau des Sexto-Walzwerks — der Name kommt von den sechs dort arbeitenden Walzen — will Hydro flexibler werden und eine zweite Produktionsstätte für die Lithoproduktion schaffen. Jede dritte Zeitung in der Welt wird laut Steffen auf einer Offsetdruckplatte aus Grevenbroich gedruckt — Hydro ist nach eigenen Angaben Marktführer.

Bislang wurden die lediglich 0,275 Millimeter dicken Alu-Bänder bei Hydro nur im Feinbandwalzwerk in Grevenbroich gewalzt, künftig ist auch die Sexto-Walzanlage dafür geeignet. "Dort wurden bislang Wärmetauscherbänder etwa für Ventilatoren, Lüfter und Klimaanlagen produziert", erklärt Hydrosprecher Steffen.

Wegen der Konkurrenz in Niedriglohnländern setzt Hydro zunehmend auf Produktionsbereiche mit hoher Qualitätsanforderung. Die gewalzten Aluminiumbänder werden in drei Litho-Bearbeitungszentren weiter bearbeitet. "Die Platten müssen für den Druck eine besonders ebene und saubere Oberfläche haben", sagt Steffen.

Im Juni soll die Produktionsstätte mit erweitertem Fertigungsbereich den Probebetrieb aufnehmen. "Durch die Nutzung von zwei Walzwerken wird die betriebliche Flexibilität in der Lithoproduktion erhöht", betont Werkleiter Stefan Kästner. Ein weiterer Vorteil: "Damit können wir unsere Personalstärke unterm Strich erhalten."

Zunächst wird kräftig umgebaut. "Wir haben das gesamte Walzwerk entkernt und den Steuerstand für die Bauarbeiten ausgebaut", so Michael Peter Steffen.

Das neue Hochregallager ist notwendig, da für die Produktion doppelt so schwere Coils verarbeitet werden als bislang. Lastwagen bringen jeweils drei Rollen von Alu Norf herbei, ein automatischer Kran lagert sie künftig im 25 Meter hohen Lager. "Die Anlagen sind bereits für den möglichen Einsatz von Gigalinern ausgelegt, die vier Coils transportieren können", so Steffen. In anderen Bundesländern laufen Versuche mit den Groß-Lastzügen.

(NGZ/rl)