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Mönchengladbach: Stadt kritisiert Leitentscheidung zu Tagebau

Kritik aus Mönchengladbach : Stadt bemängelt Leitentscheidung zu Tagebau

Ein zu nahes Heranrücken des Braunkohlelochs an den Stadtrand sei nicht explizit ausgeschlossen, lautet ein Kritikpunkt. Es gibt weitere, aber auch einige positiv bewertete Aspekte.

Die Leitentscheidung der Landesregierung zur Zukunft des Tagebaus Garzweiler II und seiner Abwicklung nach dem Ausstieg aus der Braunkohleförderung hat bei den Umweltexperten der Stadt keinen allzu großen Jubel ausgelöst. Zwar sieht man einige im Vorfeld der Entscheidung geäußerte Forderungen Mönchengladbachs beachtet. Vollends zufrieden sei man jedoch nicht, heißt es aus dem Rathaus.

Zwar werde in der Leitentscheidung eine Vergrößerung des geplanten Abstands zwischen Tagebau und Siedlungsgebieten auf 400 bis 500 Meter in Aussicht gestellt, aber das betreffe nur die Erkelenzer Tagebauanlieger. „Wanlo wurde nicht aufgeführt“, kritisiert Barbara Weinthal, Leiterin des Fachbereichs Umwelt. Mönchengladbachs Forderung nach einer Verbesserung der Immissionsschutzmaßnahmen sei nicht aufgegriffen worden, eine schnellere Befüllung des Garzweiler Restsees sei abgelehnt worden. Es bleibt bei 40 Jahren ab Tagebauende und Garzweiler sei  der letzte zu flutende Tagebaurestsee.

Ein von der Stadt gefordertes wasserwirtschaftliches Gesamtkonzept für das Rheinische Revier nicht Bestandteil der Leitentscheidung, lautet einer der weiteren Kritikpunkte. Dahinter steckt auch die Sorge um den Fortbestand der Feuchtgebiete in der Region. Die Umweltexperten der Stadt verkennen allerdings nicht, dass die Leitentscheidung auch Verbesserungen mit sich bringt: „Vor allem das vor dem Hintergrund des Klimaschutzes um mindestens sieben Jahre frühere Ende des Tagebaus ist zu begrüßen.“ Positiv bewertet wird zudem, dass eine Wiederherstellung der dem Tagebau gewichenen Autobahn 61 als A 61n  als „möglicherweise nicht mehr umsetzbar“ bewertet wurde. „Alternativ soll eine leistungsfähige Verkehrsverbindung Wanlo-Jackerath unter Berücksichtigung hochwertiger Raumentwicklung und landschaftsorientierter Erholung sowie eines verbesserten Immissionsschutzes betrachtet werden“, so die Stadt.

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Als  ein „Trostpflaster“ wertet die Stadt, dass einzelne für den Strukturwandel in der Region bedeutende Projekte berücksichtigt wurden. Anregungen der Stadt und des Zweckverbands Landfolge für eine landschaftsplanerische Entwicklung zwischen See und Siedlungen seien aufgegriffen worden.

Anlass zu resignieren sieht die Stadtverwaltung allerdings nicht. Die Stadt werde Mönchengladbachs Forderungen und Anliegen im Rahmen der weiteren Planverfahren für den Tagebau „vehement vertreten“, kündigte Stadtdirektor Gregor Bonin an.