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Grevenbroich: Mehr Kurse für Jugendliche

Grevenbroich : Mehr Kurse für Jugendliche

Die Grevenbroicher Volkshochschule wird fit gemacht für die Zukunft. Speziell für Jugendliche gibt es in der "Jungen VHS" Angebote. Die Nachfrage steigt. Dazu kann die Nothaushaltsgemeinde aus einigen Fördertöpfen schöpfen.

Nicht jedes Experiment klappt. Doch für die kürzlich gestartete "Junge Volkshochschule" gilt: Experiment geglückt. 20 Angebote richten sich speziell an junge Leute. "Die Kurse, die bereits gelaufen sind, waren gut besucht", sagt Claudia Bodewig, die das Konzept erarbeitet hat. Die Ziele: Junge Menschen weiterzubilden und mit diesen neuen Teilnehmern auch die Zukunft der VHS in Grevenbroich zu sichern.

Demokratie lernen

Die Volkshochschule in der Nothaushaltskommune Grevenbroich begeistert Sparfüchse: Der erster Beigeordneter Michael Heesch verweist auf "eine schlanke Personalstruktur, die enge Kooperation mit der Jugendkunstschule (Juks) im Bildungszentrum an der Bergheimer Straße sowie Synergien mit benachbarten Volkshochschulen". Dadurch werde eine hohe Qualität bei vergleichsweise niedrigen Kosten erreicht.

Claudia Bodewig ist ein Beispiel für die Personalunion zwischen Jugendkunstschule und Volkshochschule: Sie verfügt über 20 Jahre Erfahrung in der Schmiede für junge, kreative Talente — Erfahrung, die sie jetzt auch in das neue Konzept für die "Junge VHS" eingebracht hat. "Wichtig ist zu wissen, was junge Menschen anspricht", meint Bodewig.

Schlagfertig werden, digitale Fotografie erlernen oder mehr über politische Mitbestimmung in der eigenen Stadt erfahren — dies sind nur einige Beispiele der Angebote. Ein Kursus wie "Traumberuf Schauspieler" sei garantiert gefragt, weiß Claudia Bodewig. Auch das eher trockene Thema "Politische Mitbestimmung" nimmt als "Demokatie-Führerschein" deutlich an Fahrt auf. Keinesfalls als Konkurrenz, sondern als Ergänzung zur Jugendkunstschule will Bodewig Angebote wie "Hiphop-Workshop" oder "Gesang" verstanden wissen: "Juks und VHS miteinander zu vergleichen, das ist ein Vergleich zwischen Äpfeln und Birnen".

Die Weiterbildung für junge Grevenbroicher gehört zum gesetzlich verankerten Bildungsauftrag der Einrichtung. Doch auch die Institution "Volksschule" selbst soll Zukunft haben. "Durch jüngere Teilnehmer wollen wir den Fortbestand der VHS für die kommenden Jahre sichern", sagt Claudia Bodewig. Warum dies notwendig ist: Das Durchschnittsalter der Teilnehmer liege hoch.

Geld für einzelne Kurse der "Jungen VHS" hat Claudia Bodewig aus unterschiedlichen Fördertöpfen beantragen können, etwa aus dem "Europäischen Sozialfond" (ESF) oder aus dem "Bildungs- und Teilhabepaket" der Bundesregierung. Im nächsten VHS-Programm wünscht sie sich, das Jugendangebot auszubauen — das Experiment "Junge VHS" ist für sie "ein Erfolg".

(NGZ)