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Grevenbroich: SPD-Duell Lierenfeld gegen Thiel

Grevenbroich : SPD-Duell Lierenfeld gegen Thiel

Rainer Thiel aus Dormagen soll am 13. Mai für die SPD gegen Wiljo Wimmer (CDU) antreten. Er ist Wunschkandidat der SPD in Grevenbroich und Rommerskirchen; Erik Lierenfeld ist Favorit der Dormagener SPD.

"Rainer Thiel ist am 13. Mai unser Mann im Landtag": So stellen sich Daniel Rinkert, Chef des SPD-Stadtverbands Grevenbroich, und Martin Mertens, Vize-Vorsitzender der Rommerskirchener SPD, das Wahlergebnis für Grevenbroich, Dormagen und Rommerskirchen vor. Das ist auch der Plan von Rainer Thiel (60), Chef der SPD-Kreistagsfraktion aus Dormagen: "Ich werde für Hannelore Kraft, für die SPD und für mich kämpfen. Wer mich kennt, der weiß, dass ich kein Hinterbänkler werden will." Doch erst muss Thiel ein Duell in den eigenen Reihen ausfechten: gegen Erik Lierenfeld (24), den Favoriten des SPD-Stadtverbands Dormagen. Einer von ihnen wird gegen den CDU-Mann Wiljo Wimmer antreten.

Erik Lierenfeld (24) ist sein parteiinterner Herausforder. Foto: Archiv/Reuter

Die Ablehnung des Landshaushalts und damit das Ende der rot-grünen Landesregierung am Mittwoch brachte Bewegung in die Lokalpolitik. "Es hat uns alle überrascht, wir mussten schnell einen Kandidaten finden", sagt Martin Mertens. — "Die Entscheidung für Rainer Thiel ist uns leicht gefallen: aufgrund seiner Bekanntheit in allen drei Bezirken, seiner Kompetenz und seiner Erfahrung", so Rinkert. Thiel war elf Jahre Geschäftsführer der Kreis-SPD und umweltpolitischer Sprecher. Schwerpunkte sollen Struktur- und Energiepolitik bleiben, etwa für eine S-Bahn in Grevenbroich oder neue Gewerbegebiete in Dormagen.

Noch ist das Spiel für Thiel nicht gewonnen — auch wenn die SPD-Delegierten aus Grevenbroich und Rommerskirchen gegenüber Dormagen die Mehrheit besitzen. Thiel zeigte sich gestern überrascht von einem zweiten Kandidaten: "Aber warum nicht?"

In einer langen Vorstandssitzung mit "intensiver Diskussion", so Vorsitzende Regina Nawrot, votierte der Vorstand des Dormagener Stadtverbands einstimmig für Erik Lierenfeld. "Es war sein Wunsch, Landtags-Kandidat zu werden, und wir unterstützen ihn darin sehr gerne. Es ist legitim, dass wir einen eigenen Kandidaten nominieren." Dieses Vorgehen sei auch mit dem Kreisvorsitzenden Klaus Krützen abgesprochen, "darüber gibt es keinen Streit". Nawrot bezeichnete Lierenfeld und Thiel als "gute Kandidaten der SPD, jeder hat seine Stärken, und beide besitzen ein gutes politisches Feeling". Dass Dormagen in der Delegierten-Konferenz keine Mehrheit besitzt, irritiert nicht: "Erik ist bereit das Risiko einzugehen. Wer am Ende das Rennen macht, der ist unser Kandidat und erhält volle Unterstützung." Lierenfeld ist 24 Jahre alt und stellvertretender Bürgermeister. Der Stadtinspektoranwärter ist Mitglied im Stadtrat sowie Mitglied im Kultur- und Integrationsausschuss.

(NGZ)