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RWE bildet Mechatroniker noch "in der Kohle", aber schon für die Windenenergienutzung aus

Serie: Menschen im Revier : Berufliche Zukunft in der Windenergie

Richard Broziewski lernt zwar „noch in der Kohle“ Mechatroniker. Er will aber später Windkraftanlagen bauen.

In der künftigen Nutzung der Windenergie sieht der 27-jährige Richard Broziewski persönliche seine berufliche Zukunft. Zur Zeit erlernt der Mönchengladbacher den Beruf des Mechatronikers in der RWE-Ausbildungsstätte in Grevenbroich-Gustorf und im Berufskolleg. Doch der ambitionierte junge Mann hat bereits ein klares Ziel, wo er in zehn Jahren stehen möchte: „Ich möchte nach der Technikerschule, die ich schon zum Ende meiner Ausbildungszeit hier drauf setzen kann, in der Windkraftenergie möglichst in einer Führungsposition tätig sein“, lautet sein Plan.

 Richard Broziewski lernt Mechatroniker.
Richard Broziewski lernt Mechatroniker. Foto: gundhild tillmanns

Dabei erlernt Richard Broziewski seinen Beruf zunächst noch hauptsächlich „in der Kohle“. Das, was er jetzt in der Praxis zunächst im Ausbildungszentrum erlernt, damit kann er sich ab dem Ende des zweiten von insgesamt dreieinhalb Ausbildungsjahren zunächst im Kohlekraftwerk Neurath bewähren. „In der Kohle“ bei RWE zu lernen und perspektivisch, wie es sich der 27-Jährige wünscht, auch bei diesem Unternehmen zu bleiben, erfordert aktuell angesichts der Proteste und Anfeindungen durch die Kohlegegner ein gewisses Selbstbewusstsein. So muss sich auch der Mechatroniker-Azubi immer wieder heftigen Debatten stellen. Er sagt: „Ich komme eigentlich auch aus der Öko-Ecke und ich habe im Moment viele Diskussionen mit meinen Freunden über den Hambacher Forst. Aber wir sind hier keine schlechte Menschen“, sagt er zu seinem Ausbildungsumfeld bei RWE, in das er erst durch Umwege und eine spannende Zeit der Orientierung gefunden hat.

Denn nach dem Fachabitur für Metalltechnik hatte Richard Broziewski zunächst Kunstschmied gelernt. Auf einem Weihnachtsmarkt war ihm ein Kunstschmied begegnet und hatte ihn fasziniert. Und zunächst sei die Kombination von Handwerk und Kreativem auch genau sein Ding gewesen – bis die Realität ihn immer mehr eingeholt habe: „Ich habe miterlebt, wie viel gearbeitet werden musste und wie gering der Verdienst war. Deshalb habe ich mich nach einer längeren Orientierungsphase für eine Berufsausbildung in der Industrie entschieden“, sagt er.

Die Orientierungsphase bestand für Broziewski aus einem dreimonatigen Praktikum in einem College in England, bei dem es um eine ökologisch-orientierte Erwachsenenbildung gegangen sei. „Da habe ich mich schon aktiv mit dem Thema Klimawandel beschäftigt,“ erinnert sich der 27-Jährige, der, so merkwürdig es klingen mag, gerade auch wegen dieses Themas bei RWE „angeheuert“ hatte: „Ich wollte nicht nur über Energiegewinnung und erneuerbare Energien reden, ich möchte Bescheid wissen“, betont er. Auf sein Praktikum in England folgten weitere drei Monate in den USA, zwei Semester an der Technischen Hochschule im Bauwesen und schließlich seine erfolgreiche Bewerbung um einen Ausbildungslatz im Rheinischen Revier.

Nach den ersten Wochen, die alle Neuen zunächst mit sägen und schleifen von Metallwerkstücken zubringen müssen, folgten nach seinem ersten Ausbildungsjahr durchaus anspruchsvollere Aufgaben. So baut er derzeit an einem „Lernträger“, einer komplexen Maschine, deren Herz aus einer komplexen Schalttechnik besteht und nähert sich damit dem an, was später im Berufsleben die Anforderungen „weit über die Kohle hinaus“ sein werden. Denn die Mechatronikerausbildung bei RWE sei später auf alle anderen Zweige der Industrie übertrag- und anwendbar, betont auch der Ausbildungsleiter für den Metallbereich, Jan Spennrath: So gehe es auch viel um Elektronik und Hydraulik sowie um das Schreiben von elektronischen Programmen zur Steuerung von komplexen Maschinen.