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Grevenbroich: Drei Millionen Euro für Käthe-Kollwitz-Gesamtschule

Arbeiten in Grevenbroich dauern bis Sommer 2020 : Drei Millionen Euro für Käthe-Kollwitz-Gesamtschule

Eines der größten Sanierungsprojekte der Stadt in den vergangenen Jahren ist gestartet. Das „Haus der Kinder“ der Käthe-Kollwitz-Gesamtschule wird komplett erneuert. Die Arbeiten dauern voraussichtlich bis zum Sommer 2020.

Für zwei Jahre wird der dreietagige Gebäudeteil der Käthe-Kollwitz-Gesamtschule für die Stufen fünf bis sieben zur Baustelle – der aus dem Anfang der 70er Jahre stammende Trakt, in dem früher eine Realschule war, wird kernsaniert. Die meisten Möbel und Umzugskisten sind bereits abtransportiert worden.

So manches Fenster gewährt kaum noch Durchblick. Foto: Woitschützke, Andreas (woi)

Das so genannte „Haus der Kinder“ ist ein Sanierungsfall, das macht ein Rundgang durchs Gebäude mehr als deutlich. Die Fassade bröckelt, ein Teil der Stahlarmierung liegt frei. Manche Scheiben sind durch Feuchtigkeit blind. Einige der Alu-Fenster lassen sich nicht mehr öffnen, machen im Sommer die Räume zur Sauna. In einem Klassenraum weist Hausmeister Norbert Langhorst auf eine abgelöste, hochstehende Bodenplatte hin, die bislang provisorisch festgeklebt wurde. Groß war der Ärger bei Eltern im vergangenen Winter, als wegen der schlecht isolierten Fassade teilweise keine 15 Grad Celsius in Räumen gemessen wurden. Die Stadt ließ die Heizung danach auch nachts und am Wochenende laufen.

Die Fassade bröckelt und die Wärmedämmung ist unzureichend. Foto: Woitschützke, Andreas (woi)

Auch Bürgermeister Klaus Krützen hat seine Erfahrung mit dem „Haus der Kinder“ gemacht: „Einer der ersten Besuchstermine in meiner Amtszeit war in diesem Gebäude. Ich war entsetzt“, erklärte Krützen. „Da helfen keine einzelnen Reparaturen, sondern ist eine grundlegende Sanierung erforderlich.“ Bereits 2017 gestartete Arbeiten, etwa für den Brandschutz, wurden gestoppt, um nun in einem Zug zu erneuern. „Wir nehmen für dieses Gebäude in drei Haushaltsjahren mehr als drei Millionen Euro in die Hand“, betont Krützen. Trotz ihrer schwierigen Finanzlage investiere die Stadt erheblich in Schulgebäude, als Beispiele nennt der Bürgermeister die Erweiterungsbauten an der Hans-Sachs- und Parkstraße.

Bevor das „Haus der Kinder“ zum Haus der Handwerker wird, steht erst einmal ein dreifacher Umzug, „Das ist eine logistische Herausforderung“, erklärt Schulamtsleiter Thomas Staff. Nach der Phenolsanierung in einem Schultrakt an der Parkstraße sind in den Sommerferien die Möbel der Wilhelm-von-Humboldt-Gesamtschule aus der Dependance in der früheren Realschule Bergheimer Straße wieder in die City gezogen. Das schafft an der Bergheimer Straße Platz für 450 Gesamtschüler, die aus den Stufen zehn bis 13 der Käthe-Kollwitz-Schule für zwei Jahre dorthin umziehen. Die Fünft- bis Sieben-Klässler, die bisher im „Haus der Kinder“ lernen, bleiben in der Südstadt. Sie wechseln in mehrere Gebäude der oberen Stufen. Dort laufen zurzeit Anpassungsarbeiten, ein Raum etwa wird geteilt.

Nach den Umzügen startet die Sanierung im „Haus der Kinder“. Die Liste der zu erledigenden Arbeiten ist ellenlang: Dach und Fassade beispielsweise werden saniert und wärmegedämmt, Bodenbeläge erneuert. Der Brandschutz wird von der Sicherheitsbeleuchtung bis zum Austausch von Brandschutztüren verbessert. Zudem erhält das Gebäude eine neue Verkabelung für leistungsfähigen Internetzugang. Im ersten großen Schritt stehe die Verkabelungsarbeiten im Vordergrund, erklärt Stadtsprecher Stephan Renner zum Zeitplan.

Nach Abschluss aller Sanierungsarbeiten sollen ab dem Schuljahr 2020/21 im „Haus der Kinder“ wieder Gesamtschüler lernen.