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Grevenbroich: Gemeinschaftsschule auf Eis

Grevenbroich : Gemeinschaftsschule auf Eis

Am Dienstag sollte das Konzept für die Gemeinschaftsschule vorgestellt werden. Doch die Arbeiten am Konzept sind vorerst eingestellt worden. Vor dem Schuljahr 2013/14 wird die neue Einrichtung in Grevenbroich nicht realisiert.

Bis gestern Abend sollte das Konzept für die geplante Gemeinschaftsschule stehen. Spätestens im Oktober wollte die Stadt die Bewerbung für das Projekt bei der Bezirksregierung Düsseldorf in Gang bringen. So weit der Plan. Die Realität: Diese Zeitschiene gilt nicht mehr. Der Prozess wird sich um ein Jahr verzögern, der Schulstart wurde erst für 2013/14 ins Visier genommen.

Grund für die Verschiebung sei das Urteil des Oberverwaltungsgerichts, das die Genehmigung der Gemeinschaftsschule in Finnentrop (Kreis Olpe) kippte. "Danach gibt es den Schulversuch nicht mehr", erklärte Erster Beigeordneter Michael Heesch.

Zur Einrichtung von Gemeinschaftsschulen bedürfe es künftig eines Gesetzes, dessen Entwurf von der rot-grünen Landesregierung jetzt erarbeitet wurde. Heesch geht davon aus, dass die gesetzlichen Rahmenbestimmung zur Gemeinschaftsschule im Spätherbst vorliegen werden. "Dann könnte es weitergehen, dann besteht voraussichtlich Planungssicherheit", so Heesch.

Nach der ursprünglichen Konzeption sollte die neue Schule als "Horizontal-Modell" umgesetzt werden. Das heißt: Die Klassen 5 bis 10 und die Oberstufe sollten auf die Realschule an der Bergheimer Straße sowie die beiden Hauptschulen aufgeteilt werden. War das bislang Konsens, so melden die Rektoren dieser Einrichtung, die in einer Steuerungsgruppe das neue Modell planen, jetzt Bedenken an.

Realschulleiterin Anita Piel und der Chef der Katholischen Hauptschule, Heinz-Gerd Schmitz, sehen in einer solchen Lösung zurzeit nur Nachteile: "60 Prozent aller Lehrer müssten zwischen den drei Standorten pendeln. Sie stehen in dieser Zeit nicht für Schüler zur Verfügung, zudem würde der Kontakt zu den Kollegen vor Ort darunter leiden", so Piel. Ansgar Strerath, Chef der Hans-Sachs-Schule, hat übrigens mit diesem Modell keine Probleme: "Ich kann mir eine solche Lösung sehr gut vorstellen."

Die Mitglieder des Schulausschusses unter Leitung von Irmintrud Berger (CDU) sprachen sich gestern Abend einstimmig dafür aus, dass die Steuerungsgruppe bis zum Sommer 2012 ein tragfähiges Modell für die neue Schule entwickeln soll. Heinz-Gerd Schmitz und seine Kollegen waren froh über diesen Zeitgewinn. Sobald die Eckdaten für die Gemeinschaftsschule feststünden, würde die Arbeit fortgesetzt: "Unser Ziel ist es, eine wettbewerbsfähige Schule zu entwickeln — und zwar eine, die einen Mehrwert für unsere Kinder und Jugendlichen aus der Stadt bringen soll", meinte Schmitz.

Dabei sollten auch andere Varianten ins Auge gefasst werden, schlug Schmitz vor — etwa das "Vertikal-Modell", bei dem alle Jahrgangsstufen an jedem Standort verbleiben. Anita Piel hatte bereits signalisiert, dass ihre Schule nach derzeitigem Stand bei einer dreigeteilten Lösung nicht mit von der Partie wäre. Grundsätzlich sprachen sich aber alle Rektoren für das Modell einer Gemeinschaftsschule aus.

(NGZ/rl)