1. NRW
  2. Städte
  3. Grevenbroich

Grevenbroich: Abriss der Erfthalle kostet 300.000 Euro

Grevenbroich : Abriss der Erfthalle kostet 300.000 Euro

Sollte die Erfthalle in Frimmersdorf abgerissen werden, kann das teuer für die Stadt werden. Nach einem Informations-Papier, das die Verwaltung am Donnerstag dem Rat vorlegen wird, werden voraussichtlich Kosten zwischen 200.000 und 300.000 Euro entstehen.

Der Grund für diese hohen Zahlen: "Die Erfthalle ist zu Beginn der 1970er Jahre errichtet worden. Zu dieser Zeit wurden regelmäßig Baustoffe verwendet, die möglicherweise ein Rückbau- und Entsorgungskonzept erfordern", heißt es in dem von Bürgermeisterin Ursula Kwasny unterzeichneten Schreiben.

Wird die Erfthalle dem Erdboden gleich gemacht, verliert der Bürgerverein Frimmersdorf sein Domizil. In diesem Fall soll als Ersatz ein Schützenplatz errichtet werden. Hier rechnet Kwasny mit Kosten zwischen 50.000 und 100.000 Euro. Der Bau eines Bürgerhauses für bis zu 199 Personen (inklusive Küche und Nebenräume), das die Politiker als Ersatz für die Halle in Aussicht gestellt hatten, könnte nach Angaben der Stadt einen Betrag von rund einer Million Euro kosten.

Ob eine solche Versammlungsstätte überhaupt realisiert werden kann, ist fraglich: Weder am Standort der Erfthalle noch im direkten Umfeld könne ein solches Gebäude genehmigt werden, heißt es in der Ratsinformation. Die Stadt führt hier vor allem Lärmschutzgründe an, die in der Vergangenheit in Neuenhausen und Elsen zu Klageverfahren geführt hätten. Auch im weiteren Umkreis könne es Probleme geben: "In Frimmersdorf findet sich im engeren Siedlungsraum kein geeigneter Standort für eine Veranstaltungshalle", heißt es im Info-Papier der Verwaltung.

Die Erfthalle, deren Saal schon vor Monaten aus Brandschutzgründen geschlossen wurde, kostet die Stadt jährlich 90.000 Euro — etwa für Strom, Heizung, Wasser und Versicherung. Hinzu kommen die Aufwendungen für Abschreibungen mit 24.000 Euro im Jahr. Demgegenüber stehen jährliche Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung von 24.400 Euro.

Beschließen wird der Rat morgen nicht, die Politiker werden die Informationen der Verwaltung lediglich zur Kenntnis nehmen. Eine abschließende Beratung soll nach den Sommerferien — in der Sitzung am 22. September — erfolgen.

(NGZ/rl)