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Grevenbroich: "Ja" zu Gemeinschaftsschule

Grevenbroich : "Ja" zu Gemeinschaftsschule

Einstimmig votierten die Schulpolitiker dafür, dass KHS, Sachs-Hauptschule und Realschule ein pädagogisches Konzept erarbeiten sollen. Ein ergebnisoffener Auftrag, der zur ersten Gemeinschaftsschule 2012/13 führen könnte.

Die erste Gemeinschaftsschule in Grevenbroich – oder etwa eine zweite Gesamtschule? Diese beiden Anträge standen im Schulausschuss zur Abstimmung. Einstimmig votierten die Schulpolitiker für die Bewerbung zum NRW-Modellprojekt "Gemeinschaftsschule". Eine Voraussetzung: Eine Arbeitsgruppe aus Direktoren der Real- und der beiden Hauptschulen sowie der Verwaltung erstellt ein pädagogisches Konzept für die neue Schule. "Dieses Votum ist ein wichtiges Signal in Richtung Düsseldorf", zeigte sich Schulausschussvorsitzende Irmintrud Berger (CDU) zufrieden. Am 14. April muss der Rat entscheiden.

Beigeordneter Michael Heesch legte die Gründe dar, warum die Teilnahme am Modellprojekt für Grevenbroich interessant sei: "Die Gesamtschule muss jedes Jahr so viele Kinder abweisen, dass sie eine eigene Schule bilden könnten." Zudem gebe sinken die Anmeldungen für die Hans-Sachs-Schule.

"Signal nach Düsseldorf"

Die Ansicht, dass die Schullandschaft neu strukturiert werden müsse, teilten alle Schulpolitiker. Heike Troles (CDU) betonte die Einigkeit mit der SPD vor dem Hintergrund des demografischen Wandels, denn: "Eine zweite Gesamtschule würde die Restschulproblematik nicht lösen." Klaus Krützen zeigte sich für die SPD zufrieden, dass "die CDU sich doch bewegt hat": "Die massive Restschul-Problemativ können wir nicht anders lösen." Längeres gemeinsames Lernen biete Chancengleichheit.

Dirk Gawlinski betonte für die Bündnisgrünen, dass eine zweite Gesamtschule nicht machbar wäre – allein schon, weil ein neues Gebäude notwendig wäre: "Wir sehen diesen Antrag als große Chance." Die anderen Fraktionen zeigten sich deutlich zurückhaltender: Uwe Schmitz (FDP): "Das ist nicht unsere favorisierte, aber die einzig gute Lösung für Grevenbroich." Martina Flick betonte für die UWG, am Modellprojekt zwar teilnehmen zu wollen: "Gleichzeitig müssen aber Kosten und Probleme, etwa mit dem Dependancebetrieb, benannt werden."

Walter Rogel-Obermanns (Linke/FBG) stimmte zwar mit für die Einrichtung der Arbeitsgruppe, betont aber: "Wird in Grevenbroich keine Gemeinschaftsschule entstehen, werden wir erneut über eine zweite Gesamtschule abstimmen lassen." – "Wenn wir nicht am Modellversuch teilnehmen können, müssen wir ganz neu planen", sagte Klaus Krützen (SPD). Und Rolf Göckmann (Aktive Bürger Grevenbroich) stimmte dem ersten Schritt zur Gemeinschaftsschule zu, erklärte aber: "Sollte sich die Arbeitsgruppe nicht einigen, müssen wir die Gegebenheiten überdenken."

(NGZ)