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Zum zweiten Mal wird Straelens Weihnachtsmärchen verschoben

Veranstaltung in der Bofrost-Halle : Straelens Weihnachtsmärchen abgesagt

Die enorme Zunahme der Corona-Fälle zwingt die Verantwortlichen im Kulturring zur erneuten Verschiebung. Das Risiko ist ihnen zu groß. Der Schutz vor Ansteckung sei nicht gewährleistet.

Im vorigen Jahr war Norbert Kamphuis traurig. „Jetzt bin ich frustriert“, sagt der Geschäftsführer des Kulturrings Straelen (KS). Denn zum zweiten Mal nach 2020 muss der Verein sein Weihnachtsmärchen „Die Schöne und das Biest“ verschieben. Am 12. Dezember sollte Premiere sein. Die steigenden Inzidenzen machen laut Kamphuis aber die Gefahr einer Corona-Ansteckung so groß, dass der Schutz der Besucher in der Bofrost-Halle nicht mehr zu gewährleisten sei. Die KS-Verantwortlichen hatten sich Schutzmaßnahmen über die Corona-Schutzverordnung hinaus überlegt, sich schweren Herzens aber für eine Verlegung aufs nächste Jahr entschieden.

KS-Vorsitzender Alexander Voigt verweist darauf, dass rund zwei Drittel der mehr als 7000 Zuschauer der ausverkauften Aufführungen im Kindesalter sind. „Die brauchen nicht gegen Corona geimpft werden. Aber es ist nicht auszudenken, wenn sie das Virus in ihre Familien tragen.“ Kamphuis gibt angesichts der wieder hohen Inzidenzzahlen zu bedenken, dass die Wahrscheinlichkeit, Infizierte unter den Besuchern zu haben, groß sei.

 Sind frustriert: Kulturring-Geschäftsführer Norbert Kamp­huis (l.) und Kulturring-Vorsitzender Alexander Voigt mit Requisiten für das Märchen.
Sind frustriert: Kulturring-Geschäftsführer Norbert Kamp­huis (l.) und Kulturring-Vorsitzender Alexander Voigt mit Requisiten für das Märchen. Foto: Klatt
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Die Pandemieentwicklung sorgt für Frust beim KS. „Wir waren im Sommer auf einem guten Weg und voller Hoffnung“, so Kamphuis. Es sei enttäuschend, dass man die Pandemie nicht so in den Griff bekommt, dass Kulturveranstaltungen wieder möglich sind. „Wie sollen wir den Kindern erklären, dass die Erwachsenen das ein Jahr lang nicht geschafft haben?“ Der Glaube an die Politik sei mittlerweile erschüttert, ergänzt Voigt. „Hoffentlich agiert die Ampel-Koalition anders.“

Auch die Akteure auf und hinter der Bühne müssen die Absage verkraften. Die Technik stand bereit, die Kostüme waren besorgt, das Ensemble probte seit dem Sommer. „Alles war aufs Gleis gebracht“, beschreibt Kamphuis den Stand der Vorbereitungen. Er hofft, dass möglichst viele der Schauspieler auch im nächsten Jahr wieder mit von der Partie sind. Denn ihnen liege das Weihnachtsmärchen ebenso am Herzen wie allen im KS. Voigt betont, dass der KS jetzt schon zum zweiten Mal schwer in Bühnenbild und Kostüme investiert habe.

Die Beliebtheit der Traditionsveranstaltung – das Weihnachtsmärchen gibt es seit 1985 – belegt die Tatsache, dass die Zuschauer längst über Straelens Grenzen hinaus kommen. Aus Heinsberg, Mönchengladbach und Düsseldorf, aus Krefeld, Duisburg und Dinslaken reisen die Fans in die Blumenstadt. Wer schon Tickets hat, dessen Eintrittskarten bleiben 1 zu 1 für die jeweiligen Aufführungen im nächsten Jahr gültig. Wer also einen Platz für die Premiere am 12. Dezember 2021 sicher hatte, der hat den jetzt schon für die Premiere 2022 sicher. Gleiches gilt für die Schulaufführungen.

Der Kulturring nimmt aber auch Eintrittskarten zurück. Sie können bis zum 31. Januar in der Geschäftsstelle am Straelener Markt zurückgegeben werden. Sie ist montags bis freitags in der Zeit von 9 bis 12.30 Uhr und von 14 bis 18 Uhr geöffnet. Die KS-Verantwortlichen hoffen, dass sich der Aufwand für die Rückabwicklung in Grenzen hält. Und dass eine höhere Impfquote eine erneute Verschiebung des Straelener Weihnachtsmärchens überflüssig macht.