1. NRW
  2. Städte
  3. Geldern
  4. Sport Geldern und Kevelaer

Oberligist FC Kleve gewinnt die Kreismeisterschaft

Fußball : 1. FC Kleve startet jubelnd ins neue Jahr

Die Auswahl des Oberligisten entscheidet das Finale gegen Bezirksliga-Spitzenreiter TSV Wachtendonk-Wankum mit 5:4 für sich.

Von den beiden Schwergewichten der Kreis Klever Fußball-Szene trat nur der 1. FC Kleve mit seiner „Kavallerie“ bei der 32. Auflage der Hallen-Kreismeisterschaft in der Gelderner Bollwerk-Halle an. „Uns unterstützen diesmal mehr Spieler aus der ersten Mannschaft als in den vergangenen Jahren“, meinte Co-Trainer Lars van Rens, der mit den Rot-Blauen denn auch prompt den Titel holen sollte. Oberliga-Tabellenführer und Titelverteidiger SV Straelen war dagegen nicht präsent, der Verein schickte seine Zweitvertretung aus der Bezirksliga um Trainer Marcel Blaschkowitz ins Rennen. Die Grün-Gelben landeten in der Gruppenphase und schließlich auch in der Endabrechnung auf dem letzten Platz.

Wie setzte sich das Teilnehmerfeld zusammen ? Eigentlich sehen die Regularien vor, dass die acht stärksten Mannschaften der abgelaufenen Saison am Turnier teilnehmen. Allerdings hatten die beiden Landesligisten SGE Bedburg-Hau und SV Hönnepel-Niedermörmter sowie Bezirksligist Viktoria Goch schon im Vorfeld abgesagt. Dafür rückten Gastgeber GSV Geldern, der SV Walbeck und der SV Rindern nach. Zuvor bereits qualifiziert waren der SV Straelen, 1. FC Kleve, TSV Wachtendonk-Wankum, Sportfreunde Broekhuysen und FC Aldekerk.

Wie verlief die Gruppenphase? So spannend wie selten zuvor. In der Gruppe B gab’s sogar eine Premiere: Erstmals musste nach Ablauf der Vorrundenspiele ein Neunmeterschießen über den Einzug ins Halbfinale entscheiden. Unter dem Jubel der Gelderner Fans entschied A-Ligist GSV das Duell mit dem Bezirksligisten FC Aldekerk um Platz zwei für sich. Den Gruppensieg sicherte sich die favorisierte Auswahl des Bezirksliga-Spitzenreiters TSV Wachtendonk-Wankum. In der Gruppe A herrschten etwas klarere Verhältnisse. Mit drei Siegen setzte sich der 1. FC Kleve an die Spitze. Auf Platz zwei folgte der SV Walbeck, dem zum Schluss ein etwas glückliches 1:1 gegen den SV Straelen zum Einzug ins Halbfinale reichte.

Wie war das spielerische Niveau? Durchgehend in allen Spielen wurde den Fans in der Halle gute Fußballkost serviert. Kabinettstückchen gab’s nicht nur, wenn die Oberliga-Kicker aus Kleve am Ball waren. Bereits in der Vorrunde fielen reichlich Tore, in den zwölf Begegnungen mussten die Torhüter insgesamt 62 Mal hinter sich greifen. Am Sonntag fand das spannungsgeladene Turnier seine Fortsetzung, vier der insgesamt acht angesetzten Begegnungen wurden erst in der Verlängerung entschieden.

Wie verlief die Zwischenrunde ? Beide Halbfinalspiele schrammten nur knapp an einer Überraschung vorbei. Da führte der SV Walbeck bis kurz vor Spielende mit 1:0 gegen den TSV Wachtendonk-Wankum und hätte den Sack eigentlich zumachen müssen. Dem TSV gelang aber noch der Ausgleich – anschließend hatte der Favorit im Neunmeterschießen die Nase vorn. Genau so eng war es im zweiten Halbfinalspiel, wo es der starken Gelderner Mannschaft um ein Haar gelungen wäre, dem Favoriten aus Kleve ein Bein zu stellen. Nach der regulären Spielzeit hieß es 3:3, knapp setzte sich der FC im Neunmeterschießen mit 6:5-Toren durch.

Das Spiel um Platz drei Ein echtes Südderby bekamen die Zuschauer im „kleinen Finale“ geboten. Die Teams des GSV Geldern und des SV Walbeck, die man im Vorfeld nicht unbedingt so weit vorne erwartet hatte, lieferten sich eine spannende und emotionale Begegnung. Am Ende hatte der Gastgeber aus Geldern die Nase vorne, der in der letzten Spielminute den Siegtreffer erzielte und so ein weiteres Elfmeterschießen verhinderte.

Das Endspiel Es waren am Ende dann doch zwei Teams aus dem engeren Favoritenkreis, die es ins Endspiel schafften. Das Nord-Süd-Duell zwischen dem Oberligisten 1. FC Kleve und dem souveränen Bezirksliga-Spitzenreiter TSV Wachtendonk-Wankum bot zum Abschluss der Hallenkreismeisterschaft noch einmal richtigen Budenzauber. Beide Teams schenkten sich in einem mitunter auch hitzig geführten Duell nichts. Nach acht Minuten führten die Klever mit 2:1, Wachtendonk drehte bis zur Pause den Spieß um und lag seinerseits mit 3:2 vorne. Dann waren die Klever wieder am Zug. Die Rot-Blauen hatten in der zweiten Hälfte klare Vorteile und zogen bis kurz vor Spielende auf 5:3 davon. Das 4:5 des TSV Wa.-Wa. 30 Sekunden war letztlich nur noch Ergebniskosmetik.

Was sagen die Trainer ? Lars van Rens, Co-Trainer des 1.FC Kleve: „Wir wussten vorher natürlich ganz genau, dass uns mit dem TSV Wachtendonk ein ganz starker Gegner erwartet. Deshalb freuen wir uns umso mehr, dass wir den Pokal gewonnen haben.“ Sascha Simroth, Co-Trainer des TSV Wa.-Wa.: „Wir haben gut gekämpft und alles in die Waagschale gelegt. Schade, dass es am Ende nicht gereicht hat und wir etwas unglücklich verloren haben.“

Zwei Torjäger und eine Nummer eins Im Endspiel zwischen Kleve und Wachtendonk kam es auch zum Duell der erfolgreichsten Torschützen. Der Vergleich endete unter dem Strich schiedlich.friedlich. Im gesamten Verlauf der Titelkämpfe erzielten Markus Müller vom TSV Wachtendonk-Wankum und Niklas Klein-Wiele vom 1. FC Kleve jeweils sieben Treffer. Als bester Torhütern wurde von den Trainern der beteiligten Mannschaften Wachtendonks Joshua Claringbold gewählt.

Die schweren Momente eines Torhüters: Walbecks Manuel Prangs muss zusehen, wie der Ball im Spiel um Platz drei gegen den GSV Geldern zum 1:2-Endstand im Netz landet. Foto: Evers, Gottfried (eve)
Budenzauber einmal anders: Während des Endspiels ging eine Bande zu Bruch – folgerichtig musste die Partie mehrere Minuten lang unterbrochen werden. Foto: Evers, Gottfried (eve)
Die beiden Top-Torjäger unter sich: Wachtendonks Markus Müller (vorne) und der Klever Klaus Klein-Wiele erzielten jeweils sieben Treffer. Foto: Evers, Gottfried (eve)

Was sagt der Veranstalter ? Das Resümee von Dietmar Hartenstein und Hartmut Könner, Vorsitzende des GSV Geldern, fällt positiv aus. „Wir sind sehr zufrieden. Die Zuschauer haben ein spannendes und auch sehr faires Turnier gesehen. Auch die Resonanz ist erfreulich. Besonders am Samstag haben wir viele Besucher begrüßen dürfen“, sagte Hartenstein.