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Hermann Tecklenburg plant Regionalliga-Zukunft des SV Straelen

Fußball : „Aufstiegschance hat sich nicht verschlechtert“

Der Präsident des SV Straelen ist zwar noch vorsichtig, möchte aber im April mit den Planungen für die Fußball-Regionalliga beginnen.

Hermann Tecklenburg hat den unglücklichen Abstieg aus der Fußball-Regionalliga nicht lange auf sich sitzen lassen. In der Sommerpause stellte der Präsident des SV Straelen die Weichen in Richtung sofortige Rückkehr in Liga vier. Mit Erfolg: Die Mannschaft um Trainerin Inka Grings hat sich als Oberliga-Tabellenführer mit zehn Punkten Vorsprung auf Verfolger FC Monheim in die Winterpause verabschiedet, der zudem bereits ein Spiel mehr ausgetragen hat. Die große Aufstiegsparty ist somit nur noch eine Frage der Zeit.

Herr Tecklenburg, bei der 100-Jahr-Feier des SV Straelen haben Sie den Mitgliedern die Rückkehr in die Regionalliga versprochen. „Und wenn nicht in dieser Saison, dann in der nächsten oder übernächsten“, haben Sie laut formuliert. Weshalb waren Sie sich damals schon so sicher ?

Hermann Tecklenburg Natürlich kann ich mich erinnern, bei unserer Jubiläumsfeier laut und deutlich zum Ausdruck gebracht zu haben, dass die Rückkehr in die Regionalliga mehr als nur ein Wunsch ist. Die Chance auf den Aufstieg habe ich vor dem ersten Spieltag bei 90 Prozent gesehen. Und sie hat sich ja nicht gerade verschlechtert.

Wird der SV Straelen in der Winterpause noch neue Spieler verpflichten?

Tecklenburg Ja, wir planen noch mit dem einen oder anderen Neuzugang. Auf der anderen Seite werden einige Spieler uns verlassen, weil sie in unseren Augen nicht die gewünschte Qualität mitgebracht haben.

Wann werden Sie sich mit dem Trainerstab und der sportlichen Leitung zusammensetzen, um die kommende Saison zu planen ?

Tecklenburg Dieser Gedankenaustausch ist für April vorgesehen. Dann werden wir ja eventuell unser großes Ziel schon erreicht haben.

In der laufenden Saison beherrscht die Mannschaft das Geschehen in der Oberliga nahezu nach Belieben. Ist der aktuelle Kader vielleicht schon stark genug, um in der Vierten Liga bestehen zu können ?

Tecklenburg Der jetzige Kader ist nicht stark genug, um in der Regionalliga mithalten zu können. Da sollte man sich nichts vormachen, auch wenn wir momentan mit klarem Vorsprung die Tabelle anführen. Alle Beteiligten wissen, dass wir nachbessern müssen.

Wie sieht der Stand der Vertragsverhandlungen aus?

Tecklenbúrg Zurzeit gibt es nur Verhandlungen mit Spielern, die wir für die Rückserie verpflichten wollen.

Können Sie sich auch vorstellen, ehemalige Bundesliga-Profis zu verpflichten, um die Qualität zu steigern ?

Tecklenburg Mit Sicherheit werden keine ehemaligen Bundesliga-Profis im Straelener Trikot ihre Laufbahn ausklingen lassen.

Sind in ihren Augen in der Regionalliga-Saison Fehler gemacht worden, die sich nicht wiederholen dürfen? 

Tecklenburg Wir haben in der Tat zwei große Fehler gemacht, aus denen wir unsere Lehren ziehen müssen. Zum einen darf man es sich nicht leisten, dass ein Regionalliga-Trainer hauptberuflich einen anderen Job ausübt. Und zum anderen haben wir uns nach einer ordentlichen Hinrunde viel zu früh zu sicher gefühlt. Das ist leider bestraft worden.

Hand aufs Herz: 17 Siege aus 18 Oberliga-Spielen. Ist die Meisterschaft für den Präsidenten bereits beschlossene Sache?

Tecklenburg Die Meisterschaft ist natürlich noch keine beschlossene Sache. Aber wie ich anfangs schon gesagt habe, sind unsere Chancen nicht unbedingt kleiner geworden.

Rödinghausen hat 10.000 Einwohner, Verl 25.000. Beide Mannschaften stehen an der Spitze der Regionalliga. Klopft auch Straelen (15.000 Einwohner) irgendwann einmal ans Tor zur Dritten Liga?

Tecklenburg Der Straelen hat nicht den Wunsch, irgendwann in die Dritte Bundesliga aufzusteigen. Das ist ganz einfach finanziell nicht realisierbar.

Stephan Dix, der sich vor allem in Sachen Stadionausbau verdient gemacht hat, hört zum Ende des Jahres als kaufmännischer Leiter der Fußball-Abteilung auf. Haben Sie bereits einen Nachfolger gefunden?

Tecklenburg Ja. Fernando Mendes, mit dem wir schon lange gut zusammenarbeiten, wird die Aufgaben übernehmen.

Ihre Frau Martina ist Nationaltrainerin, ihre Trainerin Inka Grings trifft beim ZDF-Torwandschießen fünf Mal ins Schwarze. Denken Sie manchmal nicht mit etwas Wehmut an die Zeit zurück, in der Fußball noch reine Männersache war?

Tecklenburg Überhaupt nicht. Ganz im Gegenteil. Ich finde es spannend, dass Frauen inzwischen im Fußball mitmischen. Teilweise sind sie sogar populärer als die Männer – das kann man beispielsweise in den Vereinigten Staaten beobachten. Frauenfußball ist weltweit auf dem Vormarsch. Mich freut es persönlich besonders, dass die meisten Fußballerinnen nicht so viel Schauspiel-Talent mitbringen wie die Männer, die meines Erachtens viel zu häufig den ,sterbenden Schwan’ markieren.

Welchem Verein hat Hermann Tecklenburg eigentlich als kleiner Junge die Daumen gedrückt?

Tecklenburg Als junger Mann war ich Fan des 1. FC Köln. Das ist inzwischen aber mehr als 50 Jahre her – also eine Jugendsünde.

Abgesehen von der Regionalliga-Rückkehr des SV Straelen. Wie lauten ihre drei Wünsche für 2020?

Tecklenburg Ich möchte gesund bleiben und weiterhin mein Leben leben können. Außerdem möchte ich meinen Teil dazu beitragen, dass die Jugendabteilung des SV Straelen wieder erfolgreicher ist.