Fußball-Regionalliga der Frauen Der Chef kreidet, die Spielerinnen liefern

Kleve/Geldern · Beim 4:0-Heimsieg gegen Alemannia Aachen tritt der VfR Warbeyen erneut wie eine Spitzenmannschaft auf. Schlusslicht SV Walbeck ist bei der U 20 des 1. FC Köln chancenlos und verliert 0:6.

 Engagiert: VfR-Spielmacherin Jule Dallmann (links) präsentierte sich 90 Minuten lang gewohnt durchsetzungsstark.

Engagiert: VfR-Spielmacherin Jule Dallmann (links) präsentierte sich 90 Minuten lang gewohnt durchsetzungsstark.

Foto: Markus van Offern (mvo)

Beim VfR Warbeyen läuft’s einfach rund. Vor dem Meisterschaftsspiel gegen Alemannia Aachen brachte Vorsitzender Christian Nitsch höchstpersönlich die Linien auf dem Rasen im Stadion am Bresserberg auf Hochglanz, die unter dem Dauerregen arg gelitten hatten. Ganz nebenbei schlüpfte der Klubchef auch noch in die Rolle des Stadionsprechers. Und die Mannschaft, die in der Fußball-Regionalliga der Frauen eine ganz starke Saison spielt, ließ 90 Minuten lang ebenfalls Taten folgen. Vor knapp 200 Zuschauern hatte der Tabellendritte das Geschehen von Beginn an im Griff und feierte einen auch in der Höhe verdienten 4:0 (1:0)-Erfolg.

„Meine Mannschaft hat wiederum eine sehr gute Leistung gezeigt. Die Spielerinnen bringen die nötige Ruhe und Geduld mit und haben inzwischen verinnerlicht, dass wir einfach in die Spitzengruppe gehören“, sagte Trainer Sandro Scuderi. Mit diesem Selbstvertrauen startete der VfR Warbeyen ins Spiel und verschaffte sich schnell erste Chancen. Der Gegner aus Aachen, der noch in den Abstiegskampf verwickelte ist, hielt die Null allerdings relativ lange. Es dauerte bis zur 34. Minute, ehe Michelle Büning das längst fällige 1:0 erzielte. „Dieser Treffer kam genau zum richtigen Zeitpunkt und hat für zusätzliche Sicherheit in unseren Aktionen gesorgt“, so Scuderi.

Nach dem Seitenwechsel blieb seine Mannschaft drückend überlegen. Jolina Opladen (61. und 74.) und Julia Hülsken (76.) schraubten das Ergebnis auf eine standesgemäße Höhe. „Wir wollen jetzt noch die restlichen fünf Meisterschaftsspiele möglichst erfolgreich gestalten und den Niederrheinpokal gewinnen. Die Chancen stehen gut, dass wir uns im Vergleich zur Vorsaison noch einmal steigern können“, sagte Scuderi.

VfR Warbeyen: Pimentel-Bauer – C. Rickes (66. Grabbe), Hubbeling, P. Dallmann, Z. Rickes (66. A. Schneider), S. Schneider, Opladen (79. Hörst), J. Dallmann, Büning (66. Wilting), Pels, Miyake (46. Hülsken).

Beim Tabellenletzten SV Walbeck ist inzwischen die Luft offenbar doch etwas raus. Die Mannschaft zeigte bei der U 20-Auswahl des 1. FC Köln eines ihrer schwächsten Saisonspiele und verlor mit 0:6 (0:2). Mit diesem Ergebnis waren die Gäste noch gut bedient. „Das hätte auch zweistellig ausgehen können, wir waren über 90 Minuten gegen eine spielerisch und läuferisch haushoch überlegene Mannschaft chancenlos“, sagte Trainer Dieter Blomm. Wie schon im Heimspiel gegen den VfR Warbeyen lag auch diesmal der Ball bereits nach zwei Minuten hinter der Walbecker Torlinie. Nach einem Eckball wurden die Gäste eiskalt ausgekontert. In der 16. Minute fiel nach einem zu kurz geratenen Rückpass das 2:0. Mit viel Glück überstand das Schlusslicht den Rest der ersten Hälfte.

„Nach dem Wechsel standen wir noch mehr unter Druck und teilweise auf verlorenem Posten, Köln hatte noch mehr Chancen. Wir waren diesmal einfach nicht in der Lage, kämpferisch dagegen zu halten“, sagte Trainer Uli Berns. Die Offensivabteilung mit Lena Jansen und Samira Berns war bei der Kölner Abwehr bestens aufgehoben, die keine einzige gefährlicheTorchance zuließ. Auf der anderen Seite bauten die Gastgeberinnen ihren Vorsprung kontinuierlich aus und ließen sogar noch viele gute Möglichkeiten ungenutzt.

SV Walbeck: Koblenz – Berns (63. Hasselmann), Finger, Jansen (63. Kostyrok), Aengenvoort, Müller-Prießen, Peschges, Juntermanns (Hanßen), Goertz, Müller, Drewes (46. Wellmans).

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