DJK Twisteden zieht die Reißleine: Andreas Holla muss gehen

Fußball : DJK Twisteden trennt sich von Andreas Holla

Angesichts des drohenden Abstiegs zieht der Vorstand des Fußball-Bezirksligisten drei Spieltage vor Saisonende die Reißleine.

Der unsägliche Auftritt beim Tabellenletzten 1. FC Kleve II war dann am vergangenen Sonntag wohl der berühmte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen gebracht hat. Fußball-Bezirksligist DJK Twisteden hat sich drei Spieltage vor Saisonende von Trainer Andreas Holla getrennt. Vorsitzender Johannes Kleuskens und sein Stellvertreter Michael Gecks teilten Holla am Dienstagabend die Entscheidung und ihre Beweggründe mit. Der Verein hat angesichts der monatelangen Negativserie und des drohenden Abstiegs in die Kreisliga A die Reißleine gezogen. Leicht ist die Entscheidung den Verantwortlichen nicht gefallen. „Unser Verein hat Andreas Holla viel zu verdanken. Deshalb richtet sich diese Maßnahme eigentlich auch nicht gegen ihn. Aber wir hatten spätestens nach dem Kleve-Spiel den Eindruck, dass die Mannschaft noch einmal wachgerüttelt werden muss“, sagt Kleuskens.

Der DJK-Chef übernimmt die heikle „Mission Klassenerhalt“ höchstpersönlich und trägt in den restlichen drei Spielen die sportliche Verantwortung. „Das ist für mich keine neue Situation. Bevor ich mich im Vorstand engagiert habe, war ich jahrelang schon Jugendtrainer. Aus dieser Zeit kenne ich auch die meisten Spieler unserer ersten Mannschaft“, erklärt Kleuskens. Dabei setzt der Vereinsboss und Interimscoach auf Rat und Tat des erfahrenen Co-Trainers. Reiner Winkels hat an der Seite von Andreas Holla die Mannschaft in der Saison 2016/’17 in die Bezirksliga geführt. Und trotz der Rückserie voller Pleiten, Pech und Pannen, die jetzt zur vorzeitigen Trennung geführt hat, hält Winkels große Stücke auf den Meistermacher.

„Eins steht fest. Die DJK Twisteden verliert in Andreas Holla einen erstklassigen Trainer. Da dürften sich alle Beteiligten einig sein“, sagt Winkels. Dennoch hat die Mannschaft von elf Pflichtspielen in diesem Jahr gerade einmal eines gewonnen – am 5. Mai gelang ein 3:1 im Derby gegen den TSV Wachtendonk-Wankum. Natürlich hat man vor den Toren der Marienstadt Ursachenforschung betrieben. Dabei ist allerdings kein konkretes Ergebnis herausgekommen. „Mal hat uns die harte Gangart des Gegners nicht geschmeckt. Mal hat uns eine schwache erste Halbzeit den möglichen Sieg gekostet, in einem anderen Spiel sind wir dann wieder nach der Pause eingebrochen. Ich weiß nur eins mit Sicherheit: Die Mannschaft hat nicht absichtlich gegen den Trainer gespielt.“ Für Andreas Holla, der seit einer gefühlten Ewigkeit als erfolgreicher Linienchef im Gelderland im Einsatz ist, handelt es sich bei der vorzeitigen Trennung um eine Premiere. „Das ist mir noch nie passiert. Ich bin auch nach wie vor fest davon überzeugt, dass ich mit den Jungs den Klassenerhalt geschafft hätte. Aber wenn der Vorstand anderer Meinung ist, muss ich das so akzeptieren. Ich werde der Mannschaft jedenfalls im Endspurt fest die Daumen drücken“, sagt Holla.

Die Konstellation vor den restlichen drei Spielen ist allen Beteiligten klar. Die DJK Twisteden hat fünf Punkte Vorsprung auf den SV Rindern, der den einzigen direkten Abstiegsplatz belegt, der nach dem Rückzug des GSV Geldern noch verblieben ist. Gerade einmal drei Punkte sind es auf die Reserve des Oberligisten 1. FC Kleve. Platz 15 und damit zwei Relegationsspiele um den Klassenerhalt möchte sich der Verein in jedem Fall ersparen. „Man kann es drehen und wenden, wie man möchte. Aber wenn wir alle drei Spiele verlieren, haben wir ein großes Problem“, meint Johannes Kleuskens. Damit ganz schnell wieder Ruhe am Hartjesweg einkehrt, soll nach Möglichkeit schon am Sonntag gegen den Tabellensiebten SV Biemenhorst ein Heimsieg her. Ein Dreier wäre in Sachen Klassenerhalt wahrscheinlich die halbe Miete.

Abgesehen von der künftigen Liga-Zugehörigkeit der DJK Twisteden sind für die Protagonisten keine Fragen offen. Schließlich hatten sich der Vorstand des Dorfvereins und Andreas Holla schon in der Winterpause darauf geeinigt, die Zusammenarbeit im Sommer nach dann vier Jahren zu beenden. Der Erfolgscoach ist auf der Suche nach einer neuen Herausforderung längst fündig geworden – Holla steht ab der kommenden Saison beim A-Ligisten Arminia Kapellen an der Linie. Die DJK Twisteden setzt in Zukunft auf Stefan Dösselmann. Der Hamburger Junge ist aus beruflichen Gründen in Straelen heimisch geworden und kann aus seiner Zeit als Trainer in Norddeutschland einige beachtliche Erfolge vorweisen.

Johannes Kleuskens hat nach seiner dreiwöchigen Feuerwehrmann-Mission wieder genügend Zeit, sich um das Wohl des Gesamtvereins zu kümmern. Reiner Winkels ist der ruhende Pol in schwierigen Zeiten und bleibt Co-Trainer. Sein Nahziel: „Hoffentlich schlagen wir den SV Biemenhorst.“

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