Musikverein Nieukerk spielt zum ersten Mal im Pfarrgarten

Blasmusik : Pfarrgarten wird zur Konzertbühne

Der Musikverein „Eintracht“ zog zahlreiche Nieukerker zu seinem Freiluftkonzert. Die Zuhörer machten es sich auf Campingstühlen und Picknick-Decken gemütlich und lauschten dem abwechslungsreichen Programm.

Das gab es noch nie: ein Picknick-Konzert im Pfarrgarten hinter dem katholischen Pfarrheim am Dionysiusplatz. Die Abteilung des sinfonischen Blasorchesters vom Musikverein „Eintracht“ Nieukerk erwischte mit sonnigen 23 Grad am Sonntag zunächst bestes Picknick-Wetter. Das ist bei dem von Wetterkapriolen dominierten Mai in diesem Jahr nicht selbstverständlich. Deswegen wurde im Falle einer Regenmeldung bereits im Vorfeld der 26. Mai als Ausweichtermin bekannt gegeben. Jung und Alt brachten Campingstühle und Picknick-Decken mit, um es sich im Pfarrgarten richtig gemütlich zu machen.

Direkt nach dem Neujahrskonzert (12. und 13. Januar) haben die Instrumentalisten der „Eintracht“ begonnen, die neuen Stücke für das Picknick-Konzert im Freien einzustudieren. Immer abwechselnd Mittwoch- und Donnerstagabend wurde im Vereinsheim auf der Friedensstraße geprobt, erzählte Robert Dückers. „Sie investieren viel Zeit, damit alles auch gut klingt“, weiß Dückers. Er ist nämlich mit einer Eintracht-Musikerin verheiratet. Am Sonntag lauschte er nicht nur seiner Frau und den 41 weiteren Instrumentalisten. Zusammen mit einem Team aus ehrenamtlichen Helfern versorgte der Nieukerker die Gäste mit kühlen Erfrischungen am Geldermann-Getränkewagen.

Michael Molderings war fünf Jahre lang Vorsitzender des Vereins. Seit über 20 Jahren ist er nun in der „Eintracht“ aktiv. Jüngst übergab er im März das Zepter der Vereinsführung an Manuela Liebsch. Bereits zur Amtszeit des 36-Jährigen fand ein musikalischer Umbruch im Nieukerker Musikverein statt. „Marschmusik haben wir seit einiger Zeit komplett aus dem Kalender geschmissen“, erzählte der Euphonist. Stattdessen stehen nun Blasmusik, spanischer Flamenco, Filmmusik und Stücke aus Musicals auf den Notenblättern der „Eintracht“. Querflötistin Daniela Gubbels begrüßte um 17 Uhr das Publikum und übergab das Wort an den studierten Musiker und Dirigenten Philipp Niersmans. Die erste Halbzeit des Konzerts werde von Blasorchestermusik geprägt sein, informierte Molderings. Mit „Flashing Winds“ (1989) vom belgischen Komponisten Jan van der Roost gelang der Konzert-Auftakt. Weiter ging es mit Stücken aus dem Musical „Elisabeth“ von Michael Kunze.

Nach und nach zog es sich zu. Wind kam auf. Diejenigen, die von einem Tablett-PC die Noten ablasen, waren auf einmal klar im Vorteil. Der Wind brachte nämlich hier und da Notenblätter zum Fliegen. Auch Gastgeber Pfarrer Christian Stenz war zugegen und genehmigte sich im stilvoll-legeren Sonntags-Outfit ein Landbier vom Fass und lauschte vom Gartenstuhl aus dem Blasorchester. Nach und nach zog es sich immer weiter zu. Dunkle Wolken ließen ein baldiges Unwetter vermuten. Zum Glück konnte das Konzert im Freien im Trockenen beendet werden. So wie es bei einem angenehmen Picknick auch sein sollte. Kurz vor sieben spielte das Blasorchester die Zugabe „Hey, Pippi Langstrumpf“.

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