Zwei Barbershop-Chöre beim Gemeinschaftskonzert in Geldern

Gesang : Stimmgewaltig und mit viel Körpereinsatz

Das Gemeinschaftskonzert der Frauen von „Barbershop Blend“ und der Männer vom „1. Kölner Barbershopchor“ zog die Zuhörer in seinen Bann. Sie begeisterten in derGelderner Aula mit großartiger Show und vierstimmigem Gesang.

Der Samstagabend in der Aula des Lise-Meitner-Gymnasiums brachte einen musikalischen Leckerbissen. Das Gemeinschaftskonzert des Frauenchors „Barbershop Blend“ und der Herren des Chores „1. Kölner Barbershopchor“ bot nicht nur was für die Ohren, sondern auch für die Augen. So standen 80 Stimmprofis auf der Bühne.

Die Barbershop-Musik zeichnet sich nicht nur durch vierstimmigen Akkord aus, sondern auch durch die Performance. Die Sängerinnen und Sänger stehen nicht steif auf Bühne, sondern setzen ihren ganzen Körper ein. Hinzu kommt der Körper als Rhythmusinstrument. Da wird auf die Oberschenkel geklopft, in die Hände geklatscht oder geschnipst.

Das Konzert stand unter dem Motto „With a song in my heart“, und das konnte man von der ersten Minute an auch im Publikum spüren. Das erste Stück, das der Frauenchor alleine sang, handelte von der Liebe der Eltern zum Kind. Egal, welche „Stürme“ auch aufziehen, am Ende sieht man immer nur das reine Licht seines Kindes. Unter der Leitung von Norbert Hammes strahlten und sangen die Damen, versprühten Charme, Witz und Stimmperfektion.

Bevor der Herrenchor auf die Bühne zog, durfte noch ein gemischtes Quartett namens „O-Ton“ das Publikum unterhalten. Zu dem Quartett gehören Norbert Hammes, Yvonne Schulte, Jule Otterbach und Felix Lublasser. Herrlich waren auch die Moderationen von Jule Otterbach, die mit viel Witz ihren Gesangskollegen Felix Lublasser auf die Schippe nahm.

Auch der Männerchor brachte viel Esprit und eine ungewöhnliche Performance auf die Bühne. Sei es mit dem liebevollen Appell „Don’t change a hair“ oder mit der Hommage von Steve Wonder an Sir Duke Ellington. Die Herren wissen, wie man die Herzen der Frauen erobert. Eine Metamorphose der komischen Art durften an diesem Abend allerdings auch noch alle miterleben. Die Herren standen alle mit dem Rücken zum Publikum. Dann wurde das Publikum aufgefordert, sich auch umzudrehen. Als sich dann wieder alle in der richtigen Richtung befanden, hatten sich die schicken Herren in harte Rapper verwandelt. Es folgte ein Rap über „Heribert, den Laubbläser“ mit viel Witz.

Nach einer Pause wurde es dann wieder romantisch. Jetzt sangen beide Chöre gemeinsam. Es ging um Liebe, Lust und Leidenschaft. Um starke Frauen und widerstandfähige Männer. Um die Suche nach dem Glücksgefühl und das Wasser von Köln. Das beliebte Lied „Dat Wasser von Kölle“ zog das ganze Publikum in den Bann. Vor allem, weil sich die beiden Solisten Jan Severin Irsch und Brigitte Blindenbacher künstlerisch so richtig austoben konnten. Beim letzten Refrain durfte dann der ganze Saal intonieren.

Nach so viel Action wurde das Publikum mit den wichtigsten Tipps für eine glückliche Ehe versorgt. Die Herren übernahmen dabei den Part mit den wichtigsten Ratschlägen für ihre „Artgenossen“. Da heißt es zum Beispiel: „Wenn Sie nur schmusen möchte, dann schmuse mit ihr und bitte erigiere nicht! Ihr müsst Sie auf Händen tragen, auch wenn sie zu schwer ist.“ Die Damen hatten hingegen folgende Ratschläge: „Wenn Er rülpst, zeige ihm, dass Du es auch kannst. Sag ihm, dass Du gerne seine Putzfrau bist. Schenke ihm einen Kasten Bier und verpacke ihn schön in Geschenkpapier.“

Ob diese Tipps helfen, muss jeder wohl für sich herausfinden. Was auf jeden Fall gegen hängende Mundwinkel hilft, ist ein Besuch beim Barbershop-Konzert.