Kulturkreis Wachtendonk präsentiert Musik im Stil von Duke Ellington.

Konzert in Wachtendonk : Jazz und Swing im alten Bürgerhaus

Das Ellington-Trio reist mit den Konzertbesuchern in die 30er Jahre. Musikalischer Ausflug in die Sahara bekommt großen Applaus.

Im Alter von 75 Jahren starb er 1974. Edward Kennedy „Duke“ Ellington war und ist einer der bedeutendsten Jazzmusiker des 20. Jahrhunderts. Rund 2000 komponierte Songs, darunter zahlreiche Hits wie „Satin Doll“ oder „Caravan“, sind ihm zu verdanken. Die drei jazzverliebten Musiker Barbara Barth, Caspar van Meel und Gero Körner haben sich zu einem Trio zusammengeschlossen, um seinem Namen alle Ehre zu machen. Das Ellington-Trio, bestehend aus einer Sängerin, einem Kontrabassisten und einem Pianisten, trat am Freitagabend im Wachtendonker Bürgerhaus auf.

Viele populäre Werke, aber auch „verborgene Perlen“ packten die drei studierten Jazzmusiker aus. Auf ihre eigene Art und Weise interpretierten sie die Werke Ellingtons und gaben ihnen damit eine eigene Handschrift. Da viele Stücke der amerikanischen Jazzkoryphäe für eine Big Band komponiert worden sind, war das Erstellen eigener Arrangements für das Trio unabdingbar.

Insbesondere der niederländische Bassist und Arrangeur van Meel ist für die veränderten Versionen der Musikstücke verantwortlich. Dieser begeisterte nicht nur einmal mit solistischen Einlagen das Publikum. Insbesondere nach seiner Performance beim Song „Caravan“ erhielt der Künstler großen Applaus. Während er bei den Stücken zuvor mit großer Fingerfertigkeit die Saiten des Kontrabasses zum Ertönen brachte, nutzte er hier erstmals den Bogen und sorgte mit tiefen Tönen für eine schaurige Atmosphäre, welche die Konzertbesucher auf eine Zeitreise ins alte Ägypten schickte. Die Musik malte ein Bild von Pharaonen und trockenen Wüsten, in denen dürstende Kamele einer Fata Morgana erlegen sind.

Doch nicht nur van Meel bewies sein musikalisches Talent. Auch Pianist Körner und insbesondere Sängerin Barth zeigten ihr Können. Die Jazzsängerin sang nicht nur amerikanische Songtexte. Regelmäßig ersetzte sie in Big-Band-Stücken Instrumente wie das Saxophon mit ihrer Stimme. Neben zahlreichen flotten Nummern aus den Genres Blues, Swing und Jazz wurde mit „In a sentimental mood“ auch ein sehr melancholischer Titel gespielt, der mit packender Melodik und tiefgründigem Gesang für eine bedrückende Atmosphäre sorgte.

2016 veröffentlichte das Trio sein erstes Album „Duke´s Place“ mit 13 Arrangements aus Ellingtons Song-Repertoire. Dieses konnte man in der Pause und auch im Anschluss der Veranstaltung im Flur des Bürgerhauses käuflich erwerben. Die Veranstaltung endete gegen 22.30 Uhr. Die Musiker bedankten sich bei den Wachtendonkern für den kurzweiligen, schönen Musik-Abend in dem historisch bedeutsamen Dorf, wo sie erstmals zu Gast waren.

Das Trio ist in diesem Jahr an zahlreichen Veranstaltungsorten in NRW wie Aachen, Essen und Wuppertal zu sehen.

www.ellingtontrio.com/konzerte

Mehr von RP ONLINE