Mädchenchor aus Essen in St. Maria Magdalena Geldern

Kulturveranstaltung : Mädchenchor aus Essen beeindruckt in Geldern

Einen abwechslungsreichen Einblick in die romantische und zeitgenössische Chormusik bot der Mädchenchor am Essener Dom anlässlich eines Jubiläumskonzerts in der Gelderner Pfarrkirche St. Maria Magdalena.

Unter den zahlreichen Besuchern waren einige Kantoren aus benachbarten Gemeinden, die sich diesen beeindruckenden Konzertchor nicht entgehen lassen wollten. In drei gedankliche und musikalische Abschnitte hatte Raimund Wippermann, Gründer und Dirigent des Chors, das Programm eingeteilt. Nach Psalm-Kompositionen und „Hohen Liedern“ der Liebe ging es im dritten Abschnitt um den Blick auf Maria und das musikalische Abendlob.

Die in Schwarz mit einem lindgrünen Schal gekleideten 20 jungen Frauen zogen singend in die Kirche ein und positionierten sich im Halbkreis vor den Altar. Mit dem 13. Psalm in einer Bearbeitung von Johannes Brahms, dem Komponisten der deutschen Hochromantik, Traditionalisten und Wegbereiter der Moderne, eröffnete Wippermann den Reigen ausgewählter Literatur. Prof. Jürgen Kursawa, der kurzfristig für den erkrankten Domorganisten Sebastian Küchler-Blessing eingesprungen war, begleitete kunstvoll und voller Dynamik an der Orgel. Die Vertonung von Brahms zeichnete sich durch eine zunächst bemerkenswert emotionale Distanziertheit aus, ging aber endlich mit einer unverkennbaren Beimischung expressiver Wärme in strahlend affirmative Klänge über.

Als sogenannter „Antwortpsalm“ wirkte das von Nancy Telfer stammende „Sicut cervus desiderat“ für Chor a cappella stimmlich ausgewogen und berührend. „My Lord I cry“ vom Belgier Kurt Bikkenbergs und „I will lift up mine eyes unto the hill” vom Engländer Douglas Coombes überzeugten mit zarten bis energiegeladenen Choreinsätzen, mit exzellenten klangfarblichen Nuancierungen und einer bestechenden chorischen Rhetorik.

Unter dem Motto „Gott ist die Liebe“ erklangen das „Ave verum“ von Francis Poulenc und Knut Nystedts „Kärlekens Lov“. Eine besonders schwierige Aufgabe für den Chor, die erstaunlich gemeistert wurde und bei der sich der Sopran ausdrucksvoll behauptete. Nystedts Neugier auf neue Klangmöglichkeiten und Sprechgesänge erweiterten die Chorpraxis. Wie eine Art Kaleidoskop ließ er die Stimmen neue Wege entdecken. „Ganz geöffnet auf Gott hin“ nahm der letzte Teil in besonderer Weise mit Werken von Brahms, Duruflé, Busto und Poulenc die Thematik Marias in den Fokus. In den abschließenden Liedern als „Abendlob“ erklangen irische Weisen, „Come Sunday“ von Duke Ellington und eine Bearbeitung des deutschen Volkslieds „Abend wird es wieder“.

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