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CDU-Landratskandidatin Silke Gorissen besucht Geldern-Pont

Kommunawahl 2020 : Silke Gorissen spricht in Pont mit Vereinen und Unternehmen

Die CDU-Landratskandidatin zeigte sich beeindruckt, mit welchem Aufwand die Großbetriebe in der Ortschaft für die Unterbringung ihrer Mitarbeiter sorgen. In der Scheune des Betriebes „Zum Lünebörger“ wohnen nach dem Umbau 120 Werksarbeiter.

Nach ihrem Termin mit Ministerpräsident Armin Laschet besuchte CDU-Landratskandidatin Silke Gorißen noch Pont vorgenommen. Erste Station war das „Haus der Vereine“ in Pont. Der Vorsitzende des Ponter Heimat- und Fördervereins, Paul Mertens, sowie Bürgermeister Sven Kaiser begrüßten Silke Gorißen dort“. Das Haus wurde nach jahrelangem Bau in Eigenregie 2015 fertiggestellt. Die Ponter Vereine nutzen die Begegnungsstätte rege – bis Corona kam. Seitdem sind die größeren Veranstaltungen – und damit die Mieten – weitgehend ausgefallen. Der ehrenamtliche Betrieb einer solchen Begegnungsstätte – so Paul Mertens – sei nur durch das Engagement der Vereine und vieler Einzelpersonen zu leisten. Aber das Quasi-Versammlungsverbot über viele Monate mache natürlich die solideste Finanzplanung zur Makulatur. Mertens appellierte an die Stadt und den Kreis, die Vereine jetzt nicht im Stich zu lassen und auch beim Land für die finanzielle Unterstützung der Heimatvereine zu werben. Silke Gorißen zeigte Verständnis für dieses Problem in vielen Ortschaften des Kreises und versprach, dieses Anliegen auf ihre Agenda zu setzen.

 Die Unterbringung von Werksarbeitern hatte in den vergangenen Wochen vor allem in den Gemeinden im Nordkreis Kleve für heftige politische Diskussionen gesorgt. In Pont stellt sich dieses Problem anders da. Die Firma Deckers präsentierte der Landratskandidatin den erst jüngst fertiggestellten Bau mit 120 Wohnungen. Dafür wurde die ehemalige Scheune des Betriebes „Zum Lünebörger“ umgebaut – unter Wahrung des ortsüblichen Baustils als Vierkanthof und Nutzung der alten Feldbrandsteine als Klinker. Patrick Deckers, Inhaber der Champignon-Produktionsanlage in Pont, erläuterte der Landratskandidatin seine Motivation für diesen Bau und andere Renovierungen von leerstehenden Gebäuden. Ohne angemessenen Wohnraum und ordentliche Entlohnung würden – so Deckers – die polnischen Arbeitnehmerinnen nicht mehr kommen. Da der Wohnungsmarkt die erforderlichen Kapazitäten nicht hergibt, seien die Arbeitgeber selbst in der Pflicht, Wohnraum zu schaffen. Gleichermaßen äußerte sich Petra Manten, die für die Mitarbeiter der Schlachterei Manten etwa 45 Wohneinheiten bewirtschaftet.

Diese beiden Betriebe und die Ponter Gärtner beschäftigen zusammen über 800 deutsche und polnische sowie rumänische Arbeitnehmer. Die wohnen natürlich nicht alle in Pont. Trotzdem: Die Ponter „Einheimischen“ sehen die Entwicklung mit gemischten Gefühlen. Das Engagement der ortsansässigen Unternehmen im Bereich Wohnungsbau wird durchaus gewürdigt. Aber den Pontern fehlt Wohnraum, vor allem kleinere Mietwohnungen. Viele Kinder ziehen weg. Möge da das neue Baugebiet am Klümpen- und Peutenweg bald Abhilfe schaffen. In den Ortschaften — so die Meinung aller — müsse jedenfalls wieder gebaut werden.

(RP)